4003 (switch case exp)

python 3

"""
experiment with a main menu and switch / case construction
"""
class _Getch(object):
    """read character from stdin without return and split workflow into three tasks"""
    def __init__(self):
        try:
            self.impl = _GetchWindows()
        except ImportError:
            self.impl = _GetchUnix()

    def __call__(self): 
        return self.impl()

class _GetchUnix(object):
    def __init__(self):
        import tty, sys

    def __call__(self):
        import sys, tty, termios
        fd = sys.stdin.fileno()
        old_settings = termios.tcgetattr(fd)
        try:
            tty.setraw(sys.stdin.fileno())
            ch = sys.stdin.read(1)
        finally:
            termios.tcsetattr(fd, termios.TCSADRAIN, old_settings)
        return ch

class _GetchWindows(object):
    def __init__(self):
        import msvcrt

    def __call__(self):
        import msvcrt
        return msvcrt.getch()

class Switcher(object):
    def main_menu(self, argument):
        """dispatch method / main menu with switch case"""
        method_name = 'fall_' + str(argument)
        # Get the method from 'self'. Default to a lambda.
        method = getattr(self, method_name, lambda: "nothing to compute")
        # Call the method as we return it
        return method()
  
    def fall_1(self):
        #emulate slow progress
        from time import sleep
        import sys
        i=0
        for i in range (12):
            sleep (0.5)
            sys.stdout.write (".")
            sys.stdout.flush()
        print("")   
        return "January"
  
    def fall_2(self):
        #output Switcher dictionary
        print (Switcher.__dict__)
        return "February"
  
    def fall_3(self):
        #return given string
        query = input ("gimme a string: ")
        return query

def main():
    foo = _Getch()
    char = "#"
    while (ord(char) != 52):
        print ("----------------------------")
        print ("| 1 : menu point one       |")
        print ("| 2 : menu point two       |")
        print ("| 3 : menu point three     |")
        print ("| 4 : ende                 |")
        print ("----------------------------")
        char = foo.impl()
        wert = ord(char)
        choice = wert - 48
        #print (char + " _ " + str(wert))
        bar = Switcher()
        output = bar.main_menu(choice)
        print (output)
    print ("programmende")
		
if __name__ == "__main__":
    main()

3992 (Father in a common sense)

The Stooges - Ready to Die

The Stooges – Ready to Die

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Roadmap

1. Arbeit
2. Medikation / Substanzen
3. Betreutes Wohnen
4. Bezugsbetreuer
5. gesetzlicher Betreuer
6. Arzt
7. Perspektive
  1. Es wird eine Vollzeittätigkeit ausgeübt.

Circa einmal im Monat ist eine halbstündige Verspätung Usus, was als vernachlässigbar angesehen werden kann. Inhaltlich wird Musterherstellung, Hauspost, Drucken und Frankieren von Werbemailings, EDV-Arbeit leichter Art, Konfektionierung von Lederwaren sowie Versandarbeiten (Erfassung und Verpackung) durchgeführt. Die Pausen werden autonom eingeteilt. Während der Arbeitszeit werden zwei Mahlzeiten zu sich genommen. Der Lohn hat eher symbolische Bedeutung.

  1. Fluanxol 5mg 1-0-1-0 Olanzapin 10mg 1-0-1-0 C2H5OH regelmäßig CBD gelegentlich

Die Medikation wird wie verordnet und in etwa wie ein Schweizer Uhrwerk eingenommen. Über eine Reduzierung wird nachgedacht. Obwohl Alkohol in Form von Bier sowie THC-freies Cannabis zu sich genommen wird, ist nach eigener Einschätzung keine Suchtproblematik zu verzeichnen. Nebenwirkungen sind ebenso wie übermäßiger Genuss nicht zu attestieren.

  1. Heimatbasis

Das Wohnen wird manchmal als Kollektiv empfunden, bietet allerdings trotzdem genügend Rückzugsmöglichkeiten. Die Grundlage für ein gesundes, selbstbestimmtes Leben ist geschaffen und wird testballonartig erweitert. Eine Beendigung der Betreuung will gut vorbereitet sein und muss Hand und Fuss aufweisen, damit die bisher erreichte Stabilisierung nicht gefährdet wird. Die Wohnbetreuung ist als primäre Stütze im Alltagsleben anzusehen.

  1. Vertrauensverhältnis

Der Bezugsbetreuer sowie die weiteren BeWo-Mitarbeiter/innen sind über alle Belange informiert und stellen ein wertvolles Korrektiv dar. Die eigene Wohnung wird als Rückzugsort ins Private genutzt. Die Bezugsbetreuung sowie Fahrten, Gespräche, Freizeitaktivitäten, gemeinsame Mahlzeiten und jährliche Urlaube sollten Erwähnung finden. Die Wohnung wird für 18 weitere Monate genutzt, kann mit 3-monatlicher Kündigungsfrist gekündigt werden und ist an die Betreuung geknüpft.

  1. Finanzen, Koordination

Das Büro des gesetzlichen Betreuers hat sich als außerordentlich hilfreich bei der Bewältigung von staatlicher Bürokratie erwiesen. Die Zusammenarbeit findet in sechs jährlichen Koordinationstreffen und Interventionen bei Bedarf statt und ist hochprofessionell sowie supervisionsartig. Oft sind Finanzen oder die Kommunikation mit dem Betreuungsgericht sowie Alltagshilfen zu besprechen. Die weitere Betreuung wird für geschätzt 10 Jahre notwendig sein. Die Beziehung erscheint tragfähig.

  1. Sechs Besuche jährlich

In der Regel bereite ich meine Arztbesuche gut vor. Oft werden Brainstorming- oder andere Arbeitspapiere ausgetauscht und als Gesprächsgrundlage herangezogen. Ob die Papiere archiviert oder vernichtet werden, scheint zweitrangig. Die Medikation, das subjektive Wohlempfinden, Selbstmedikation, Leberwerte, Vertrauensbeziehungen, Abwenden von stationären Aufenthalten und Perspektiventwicklungen sind mögliche Themenfelder.

  1. Saisonjob, erste Änderung Job, zweite Änderung Wohnung

Primärziel Halten des Status Quo. Bevor über eine Beendigung des BeWo und somit eine eigene Wohnperspektive nachgedacht werden kann, muss die Finanzierung dessen gesichert sein. Eine autonome Finanzierung ohne Staatsmittel wird als notwendig erachtet. Somit muss zunächst ein Arbeitsverhältnis erreicht sein, das die Autonomie ermöglicht. Ein Saisonjob im Sommer scheint als Testfeld hierzu gut geeignet.

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3960 (twentytwenty)

herr_k_geht

Herr K. geht

Herr K. verließ das Haus um 6 Uhr dreißig wie an jedem Morgen.
Er hatte seine Aktentasche und einen Regenschirm dabei. Es war Herbst.
Regen war zu erwarten. Herr K. war Anfang 60 Jahre alt und auf dem Weg ins Büro.
Er arbeitete in der Verwaltung eines Stromversorgungsunternehmens, das Strom aus
regenerativen Energieformen gewann. Noch regnete es nicht.
Seinen BMW mußte er letzte Woche verkaufen, da er das Geld dringend zur Begleichung von
alten Schulden brauchte. Er bog um die Ecke der Kreuzung, an der ein altes, rotes Backsteingebäude stand, das früher einmal eine Schule war und jetzt leerstand.
Eine tote Taube lag auf dem Bürgersteig.
Eigentlich nichts besonderes, aber für Herrn K. änderte sich in dem Moment, als er sie sah
einiges, um nicht zu sagen alles. Eine ganz alte, fast vergessene, verdrängte Erinnerung aus
seiner Jugendzeit stieg in ihm auf und er konnte sich nicht dagegen wehren.
Das Erlebnis, an das er denken mußte, lag mindestens vierzig Jahre zurück und die
Erinnerung daran war der Macht der Gewohnheit, dem Alltag, dem ganz normalen Wahnsinn
der Büroarbeit gewichen.
Als Herr K. jung war, war er ein Punk.
Für diejenigen, die mit dem Begriff `Punk´ nichts mehr oder noch nichts anfangen können,
muß gesagt werden, daß Punk sein mehr bedeutete als kaputte Hosen, bemalte Leder-jacken, Dosenbier und gefärbte, chaotische Haarschnitte. Man unterstellte ihnen oft
`No-Future´-Einstellungen, Fuck Society. Aber die Punks damals hatten auch Werte, die ihnen wichtig waren. Sie teilten ihr letztes Bier mit einem wildfremden Menschen, der um die
Ecke kam, sich zu ihnen setzte und einfach zuhörte, erzählte, oder schweigend mittrank.
Der junge Herr K. war derjenige, der um die Ecke kam und sich dazusetzte.
Ein Typ hatte eine verletzte Taube in den Händen und beschützte sie oder er wollte einfach nicht einen Backstein nehmen und sie plattmachen. Sie würde in der nächsten halben Stunde sowieso sterben. Aber für diesen Typen war es lebenswichtig, diese Taube in Ruhe sterben zu lassen.
Den Grund dafür erzählte dieser Typ – nennen wir ihn Martin – dem jungen Herrn K.
Es war eine lange, schwer zu verstehende, anrührende, chaotische und unglaubliche
Geschichte. Martin erzählte noch, als die Taube schon lange tot war, die Leute um sie herum
kamen und gingen, und als der Sicherheitsbeamte um 22 Uhr den Platz am Brunnen räumte,
erzählte Martin immer noch. Sie waren beide inzwischen völlig Hacke, das heißt besoffen.
Der junge Herr K. mußte Martin richtiggehend abwimmeln. Martin wollte, daß der junge Herr K. mit zu seinem Stammplatz kam an dem er Platte machte, das heißt er war obdachlos.
Aber Herr K. hatte eine Wohnung. Er hatte ein Zimmer in einer WG und wollte nur noch ins
Bett, obwohl ihn die Geschichte doch gefesselt, fasziniert hatte. Aber die Wirkung des
Alkohols war stärker.
Als Herr K. nun die tote Taube sah – wir sind wieder zurück im 21. Jahrhundert – fiel ihm ein,
daß er gestern eine ungewöhnliche Todesanzeige in der Zeitung gelesen hatte.
Sie lautete : # für Martin, den Ex-punk
Herr K. hatte sich nichts besonderes dabei gedacht. Ein Spinner macht sich einen Scherz, hatte er gedacht.
Doch als er nun die Taube sah, setzten sich fragmentarische, bruchstück- und nebelhafte
Erinnerungen zusammen.
Herr K. schmiß seine Aktentasche und den Regenschirm weg und ging auf Wanderschaft.
Er ging und ging und ging.
Es begann zu regnen.