Umwege

Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist keinesfalls eine gerade Linie. Im rein mathematischen Sinne ist das natürlich der Fall. Aber wir reden hier nicht von Mathematik, sondern von Umwegen in der Lebensführung, in biographischen Entwicklungen, im Korrigieren von Fehlern, in Grenzüberschreitungen. Wir sprechen auch nicht im theologisch-spirituell-philosophischen Sinne. Im lebenspraktischen, dinglich orientierten, überlebenstechnischen, physikalisch-biologischen Sinne gehören Umwege einfach dazu. Evolution, genau wie Genesung von Krisenerfahrung und Sinnverlust, geschieht nicht über Nacht. Bedingt durch eine Grenzerfahrung kämpft der Autor sich durch die medialen und rehabilitationstheoretischen Straßenwelten der Institutionen dieser Republik. Die Krankenhausflure waren schwer erträglich. This is not meant as excuse but as explanation.

<edited>lmn</edited> (this is xml notation and a rww-feature) Safety pins for socks and tennis balls for pillars.

Noch einige Büchertips:

Kurt Vonnegut – Zeitbeben
Andrew Henry Vachss – The Burke Series
Clive Staples Lewis – Die Perelandra Trilogie
Daniel Quinn – Ismael
Max Goldt – Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zwickau
Paul Auster – Leviathan
Douglas Noel Adams – The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy
Rudy Rucker – Der Ozean der Wahrheit

Der best case

Betrachten wir die Möglichkeiten an Stelle der Einschränkungen. Kompromisslos positiv werden wir seit gestern wieder zur arbeitenden Bevölkerung gehören. Wir werden den ersten Tag absolviert haben, die Pendelfahrten wohlbehalten überstanden haben und zufrieden in unserem Sessel sitzen. Einschätzen wird man zu dem Zeitpunkt können, ob die Perspektive für das nächste halbe Jahr tragfähig ist. Ob eine Überforderung zu befürchten ist, ob wir mit unseren Ressourcen haushalten können und ob wir die notwendige Disziplin aufwenden können. Wenden wir uns also langfristigeren Überlegungen zu. Seit einer gefühlten Ewigkeit gärt es in mir. Abgesehen von Nichtigkeiten, die wir über Bord geworfen haben und von gelegentlicher Schlaflosigkeit sind allerdings keine bleibenden Schäden hinterblieben. Gewiss kann man optimieren. Das Gewissen und die Empathie jedoch, sie sind notwendige Bau- oder Bestandteile.

Die Empathie, die uns davon abhält, anderen Menschen zu schaden, wird uns früh vermittelt. Eine A.I. kann man mit unzähligen Trainingsdaten füttern, wie bringt man ihr allerdings Überlebenswillen bei und unterrichtet sie in Ethik ? Warum ist sie in Mathematik so schlecht ? Das läuft entgegen der Intuition. Des Weiteren ist folgender Sachverhalt schwer einzusehen. Auf der Straße liegen Scherben. Über die Scherben verläuft eine Brücke. Was geschieht nun, wenn ich mit einem Fahrrad über die Brücke fahre ? Die A.I. behauptet, ich bekomme einen platten Reifen. Offensichtlich fehlt eine kausale Betrachtung, ein physikalisches Verständnis und eine Einordnung, die über die reinen Trainingsdaten hinausgeht. Wie lernt man, wie man lernt, also ?

Erstens: es gibt physikalische Gesetze, die universell gültig sind. Darüber kann sich niemand hinwegsetzen. Zweitens: es gibt Gründe hinter den Gründen. Menschliches Verhalten im Allgemeinen und Motivationen und Vorgehensweisen im Besonderen sind manchmal zutiefst irrational. Denken Sie an die Bibliothek in Alexandria oder an die Palmblattbibliothek. An Raumfahrt und Weltumseglungen. An spielerische Herangehensweisen und an Verbindungen, die über Jahrzehnte halten. An Musik und Wälder und an Universitäten und an Kindergärten und an Eiscafés. Wie fördern wir unsere Schwächsten ? Wann setzt Abstraktionsfähigkeit ein ? Was macht uns als homo sapiens sapiens aus und wie sichern wir unsere Zukunft und auch die Zukunft irgendjemandes ? Bauen wir Mauern oder Brücken ? Was ist gesund, was fragwürdig ? Es ist nicht einzusehen, dass wir lediglich verwaltet werden. Pflanzen geringgeachtet werden oder Computerprogramme Entscheidungen fällen, ob wir einen Kredit bekommen. Die Schweigepflicht von Ärzten und Journalisten ausser Kraft gesetzt wird. Guidance is necessary.

Enjoy your life. It’s fragile.

Die Zukunft oder der freie Wille

Die Zukunft ist ein unbekanntes Land, das erobert werden will und das sich grossteils unserer Vorstellungskraft entzieht. Aber es gibt durchaus Stellschrauben, an denen man drehen kann. Zum Beispiel habe ich die Wahl, womit ich mein Hirn füttern will. Was ich (oder was nicht) zu mir nehme. Welche Webseiten ich besuche. Wie ich meine Freizeit verbringe. Wem ich zuhöre. Ob ich konstruktiv oder destruktiv denke. Ob ich ein if-then oder ein switch-case bevorzuge. Und so weiter. Eine gute Portion davon ist allerdings bereits durch das Land (oder die Hemisphäre, wenn Sie so wollen) determiniert, in die ich hineingeboren wurde. Der freie Wille soll an dieser Stelle nicht in Frage gestellt werden. Gut, dass wir ihn haben. Benutzen können. Erweitern können. Trainieren können. Stellen wir nun ein Gedankenexperiment an. Ich habe eine Zielvorstellung. Wie erreiche ich nun mein Ziel ? Welche Schritte muss ich unternehmen, damit ich mein Ziel erreiche ? In welcher Reihenfolge ? Was sind Voraussetzungen ? Was Konsequenzen aus dem ersten Schritt ? Wie bauen die Schritte aufeinander auf ? Welche (auch unwahrscheinlichen) Erwägungen muss ich in Betracht ziehen und wie gewinne ich Sicherheit ? Halten wir uns an ein Beispiel aus der Praxis.

Ich möchte in meinem Garten ein Baumhaus bauen. Welche statischen Betrachtungen müssen vorangehen, bevor ich Werkzeug in die Hand nehme ? Wie finde ich also die passende Astgabel ? Klettere ich auf den Baum oder benutze ich eine Leiter ? Welches Werkzeug benutze ich, welche Holzart bevorzuge ich ? Kiefernholz oder Mahagoniholz (nur um ein Beispiel zu nehmen) haben eine unterschiedliche Dichte und lassen sich somit auch unterschiedlich leicht oder schwer bearbeiten. Schneide ich das Holz im Garten zu, also vor Ort, oder im Keller ? Oder brauche ich einen Dienstleister ? Verschraube ich das Holz oder vernagele ich es ? Werde ich eine Tür einbauen oder baue ich das Baumhaus so, dass man es von unten her betreten kann ? Werde ich eine Strickleiter benötigen ? Wenn ja, wie wird sie befestigt und wie wird sie stabil verknüpft ? Wie wird das Dach beschaffen sein, um eine theoretische und praktische Wetterfestigkeit zu erreichen ? Wir sehen, planvoll vorzugehen bietet gewisse Vorteile. Bei Artefakten (nichts anderes sind Programme) ist es ähnlich. Struktogramme müssen der Implementierung vorangehen.

Der freie Wille ist ebenfalls ein Werkzeug. Ich gehe rechtsherum, linksherum, gehe zu Fuss, nehme das Fahrrad, den Bus, das Auto etcetera. Determiniert durch unendliche Voraussetzungen schränkt sich der freie Wille ein. Ein Süchtiger beispielsweise ist gefangen durch die Besorgung und Organisation seines Suchtmittels. Im Krieg dominiert das Überleben das Leben. Wir hier in Westeuropa haben andere Probleme als beispielsweise die Haitianer. Bildung und Krankenhausinfrastrukturen gehören hier für uns nicht zu den primären Problemen. Wir sehen, überall gibt es unzählige Betrachtungen, die dem tatsächlichen Handanlegen, am besten noch mit hinreichender Vorlaufzeit, vorangehen müssen. Hypnose beispielsweise haben wir in unseren heutigen Überlegungen nicht berücksichtigt. Nun wird es Zeit, ein Fazit zu ziehen. Auf unserem Weg gehen wir am besten strukturiert vor. Wir betrachten Eventualitäten und rüsten uns für den worst case. Wir denken im Voraus, ohne overthinking. Wir üben, trainieren, und wenn die Zeit reif ist, dann gibt es Action-Items. Wir leben.

Der freie Wille, er lebe hoch.

Das Wochenende

Let’s try one in another language. The Weekend seems to be a bandname, and ours are usually empty and we have only a local food supplier and then the solitary confinement of the room. Urge Overkill appears. The community backens up the development. Rehab is over and we need new tasks. Most of the TV is just bullshit, yes we followed the Red Hot Chili Peppers. Nevertheless we have memories. As grassroots movement we have a gazillion issues we have to take care of. AuthN, authZ, the login, the UI/UX, storage, linking, terms, ontologies, the workgroups, appdev and so on. Most of the work happens in the public. We have meetings everyone is invited to. Contributions of code are mostly more than welcome. We are organized in a community group that is on the edge of being transformed into an official W3C working group. Our captain has a hands-on mentality. When visiting Amsterdam in the late eighties, we even dreamt in english. Most of the time we feel familiar with thinking in the number one tech language of the landscape. Abbrevations and buzzwords are sometimes not helpful. But we get used to them.

“Dead Moon – Over the Edge” is lurking under the bed. Dedicated our life and work to Solid and positivity we try to get along not harming anyone. Heretics is a well-known concept and we always (as long as we can think) have to cope with the monster of negativity. Satellites, brothers, sisters, mood coordination, loneliness, isolation, the system we try to change, revolutionary ideas, code, human features and the survival of our species and the planet, considerations of pain management are accompanying us for years. We never even thought a single second of giving up. The nodes of our brains and consciousness are loosely coupled with each other and with a life that’s worth it. None of it was in vain. Dreams, for sure. The books and films, the experiences and processes we went through made us who we are. Will we succeed ? Let’s give the damned life inside job a shot. Otherwise we will never know what would have happened, how we can improve, who is a friend, live and work an autonomous life. Their job is to make themselves obsolete.

The eyes of the world they are watching out. Remember Steve Biko.

Der Landstrich

Wir sind ein Flächenland. Widukind (oder, wie manche sagen, Wittekind) liegt laut einer Legende bei uns begraben. Im Rheinland liegen die Bauernhöfe wie in einem Gnubbel neben- und aufeinander, hierzulande haben sie einen gleichmäßigen, möglichst grossen Abstand voneinander, damit man sich nicht in die Quere kommt. Auch bei einem Kneipenbesuch stellt man Unterschiede fest. Traditionell und laut Überlieferungen, die durch persönliche Beobachtungen gestützt werden können, sind wir stur, erdverwachsen, hartnäckig, sowie durchaus bodenständig, ehrlich, und mit einem trockenen, manchmal nicht oder nur schwer nachvollziehbaren Humor ausgestattet. Knapp aber auf den Punkt. biaden platt kuiern gefällich ? Manchmal muss man nur ein Dorf weiterziehen, und schon stellt man einen anderen Dialekt, eine andere Mundart fest. Deutschlands Küchen werden hier produziert, aber auch HiFi-High-End-Komponenten.

Auch in der Subkultur gibt es Unterschiede zu Köln, Berlin oder Hamburg. Proberäume liegen oft etwas weiter draussen. S- und U-Bahnen sind rar gesät. Manchmal fahren zwei Busse am Tag. Die Ordnungshüter kennen ihre Pappenheimer in der Regel. Wir schweifen ab.

Ein schließender Absatz zu dem nun bereits erwähnten Vorhaben. Es ist ja nicht so, dass der Autor gar keine Zweifel hat. Hindernisse wollen umschifft, die Zuverlässigkeit will bewiesen, staff will auf dem Weg mitgenommen, das Vorhaben will reflektiv begleitet und die Brötchen wollen verdient werden. Notwendigkeiten haben sich erwiesen. Time to move on. In another world other rules apply. Ohne Netz und doppelten Boden. Mit nichts ausgestattet als Urvertrauen und einem unbändigen Überlebenswillen haben wir nun die endgültige Möglichkeit, das Gelernte anzuwenden. Experienced Involvement wird wohl ein weitgehend unbekanntes Projekt sein. Feedback wird jedoch nicht unbeachtet bleiben und das Vorgehen ist grossteils argumentativ unterfüttert. Vorkehrungen sind getroffen worden. Auch wenn man manchmal an Filterblasen und Echokammern denken muss, ist doch – unwiderlegbarerweise – Vertrauen gewachsen. Improvisationsgabe und Phantasie sind ebenfalls vorhanden. I’ll do my very best.

Stay tuned.

Einige Notizen (or where to take the motivation from)

Wir haben diverse Institutionen durchlaufen. Nicht immer hat es sich dabei zum Besseren gewendet. Die Motivation speist sich aus ungezählten Begegnungen, einige Kollegen sind eine Gabe, einige eine Aufgabe. Ich will keinen Integrationsfachdienst, nein. Wir haben nicht endlose schlaflose Nächte verbracht, endlose Touren durch ganz Europa vorgenommen, Bands, die niemand kennt gesehen und ihnen applaudiert, einige Jahre auf dem fünften Arbeitsmarkt verbracht, geredet, gemacht, probiert, versucht, sind gescheitert, haben wieder von vorne angefangen, sind Fahrrad gefahren, haben gelbe Zettel geholt, wo es nicht nötig war, Kaffees, Spaziergänge, Pandemien, Bürgerkriege überstanden, damit uns jemand erklärt, wie Inklusion funktioniert. Es ist wahr, eine vierzenhnte Chance. Manchmal haben sie einen geweckt, um seine Schlaftabletten zu nehmen. Die Psychiatrie, die die Fortsetzung von Gesellschaft ist, ist kein Knast im eigentlichen Sinne aber es gibt durchaus Analogien. Die Verwehrung von Privatsphäre, die Kontrolle, die Fremdbestimmtheit, die Schlüssel, das Negieren von Individualwahrheiten kommt einem an dieser Stelle in den Sinn. Ein psychologischer Offenbarungseid. Wenn es je eine Zeit zu handeln gab, ist sie jetzt. Bei verschiedenartigen Sachen gibt es verschiedenenartige Belegungen mit Sinn. Substanzen eingeschlossen. Wollen Sie tiefer einsteigen, haben Sie freundliche Nachfragen ? Die Bibel jedenfallls, sie sagt: “Ja, ja. Nein, nein.”

H.P. Zinker und Steel Pole Bathtub. Abstraktionsfähigkeit ist erforderlich. Im post-psychotischen Leben gehört Tagesstruktur zu den Hausaufgaben. Gewähren Sie mir bitte das unwiederholbare Privileg, meine Rolle als Blogger und Advokatus Diaboli noch zu finden. Familien bestehen zum Teil aus Blut, allerdings gibt es im weiteren Verlaufe der Sozialisation auch andersartig gelagerte families-of-choice. Wobei der Choice durchaus in Frage gestellt werden darf. Versuchen wir zum Abschluss eine zielführende Fragestellung. Hören wir den Wecker ? Frühstück, ja oder nein ? Sind Leberwerte wichtig ? Was ist mit dem Arbeitsweg ? Gibt es eine humoristische Fragestellung, die ausser der Titanic niemand mehr versucht ? Haben wir gesunde Peergroups ? Hält die Gemeinde zusammen ? Wo kommen wir her, wo gehen wir hin ? (okay, das war platt). Egal. Casablanca.

Wir werden wahrscheinlich weiter ohne URLs schreiben. Medium.com und Co. sind nicht unbedingt notwendig. Es ist unabdingbar, Disziplin und Struktur weiterhin auf der Tagesordnung zu belassen. Steuerungstechnik und Lernfähigkeit schweben durch das Bewusstsein. Rotwein ist nicht meine Baustelle. Allerdings, es gibt wirklich viel zu tun. Denken wir nur an den Park.

Der Server ist der Server ist der Server.

Soft Skills aus dem Club 27

Teambildung ist eine Säule. Demokratisierung eine weitere und Empathie, Verständnis, Rücksichtnahme, Beschützen von Schwächeren, ein Herz aus Gold und Oskar aus der Mülltonne vervollständigen den Werkzeugkasten. Das Vulnerabilitätskonzept kann man nicht in einer halben Stunde lernen, es ist aber bei weitem sympathischer und als Erklärungsmodell brauchbarer als Statistiken welcher Art auch immer. Aus den Tiefen oder Untiefen des Gedächtnisses erscheinen weitere Lerninhalte wie die selbstreferentiellen Systeme von Niklas Luhmann. Das ist allerdings Namedropping. Beschreiben wir den Prozess. Aus den “Löchern” einer Depression gelangt man nicht über Nacht. Hartnäckigkeit und Geduld, Ehrlichkeit, Durchhaltewillen, gesunde Ernährung, ausreichender Nachtschlaf, Abstinenz wenn angebracht, Sport, brauchbare Peergroups, eine sinnvolle Aufgabe, wenn es sein muss Arbeit und eine gesunde Portion Chuzpe helfen. Sie können helfen, eine Garantie gibt es nicht. Der regressive Sog, den es laut Erfahrungswerten durchaus gibt, ist schwer aufzuhalten, es ist allerdings nicht unmöglich. Mit einem blauen Auge davongekommen, zieht der Zeittotschläger seine Runden. Man vergebe mir diesen Rückfall in die Welt der Musik, der Songtexte, der philosophischen Betrachtungen aus der Welt der Aliens und der Nicht-Menschen. Der Club 27 ist natürlich ebenfalls dorther entlehnt.

Development dauert. Bugs, Fehler sind gottgegeben und können nur in mühevoller Kleinarbeit ausgemerzt werden. Das “bigger picture” dabei nicht aus den Augen zu verlieren, es überhaupt zu verstehen, die Puzzlestücke zusammenzufügen, Mut, die Komfortzone zu verlassen, das Positive und die Entwicklungsschritte nicht aus den Augen zu verlieren kann durchaus anstrengend sein. Friedliche Koexistenz ist besser als gar nichts. Das Leben im Ganzen ist ein Mysterium aus ungezählten Erfahrungen. Grenzerfahrungen und das Wort “Schizophrenie” schrecken wohl die meisten Durchschnittsleser ab. Am Stammtisch wird anders gedacht als im Kino, Ärzte haben eine andere Weltsicht als Polizisten, im Schlafzimmer geht es anders zu als in der Küche und auf einer Party unterhält man sich anders als im Büro. Gesetzt den Fall, dass Schreiben hilft, wird die bisherige Wortproduktion erweitert und fortgeführt. Familien- und Peergroupkontakte werden gepflegt, die Wäsche und der Müll wollen gemacht werden, staff will beschäftigt werden und versuchen wir, die Taxifahrer und Bewährungshelfer nicht aus den Augen zu verlieren. Stationär, ambulant, regelmäßig, occasional, Frequenzen, Intensität, finally free.

Bleiben Sie neugierig.

Let’s fix the web

Belgien im Allgemeinen, Flandern im Besonderen ist ein Epizentrum des Projekts “Solid”. Dort sollen 6 Millionen Pods an die Bürger ausgerollt werden. Ein Pod ist ein Personal Datastore, ein Stück des Webs, ein Datentopf, den man sich wie einen Ftp-Server vorstellen kann. Ein Pod kann jedoch weit mehr, als lediglich Daten zu hosten. Persönliche, Business-, Bank- oder gar Heizungsdaten werden bereitgestellt und sind semantisch verknüpft mit anderen Daten aus anderen Quellen, also verlinkt. Mehrere Anwendungen können auf dieselben Daten zugreifen, userzentriert sind alle Daten im ursprünglichen Sinne Eigentum des Besitzers. Metadaten sind ein wichtiger Bestandteil – Stichwort “see also” – und die Zeiten der Blogosphere sie leben hoch. Ein weiterer, wenn man so will ein siebter, Layer des Webs wird eingeführt, on top of everything that exists today. Die Identität des Users ist ein simpler URL, weltweit einmalig, und sie sichert den Zugang zum gesamten Ecosystem. Vergessen Sie 70 Logins bei 70 verschiedenen Onlineshops, Sie geben Ihre persönlichen Daten einmal ein und gewähren lediglich – wem auch immer, Personen, Organisationen oder Anwendungen – Zugang zu Ihrem Pod, den Sie jederzeit rückgängig machen können, also wieder entziehen. Verschiedene Apps konkurrieren miteinander und wenn App B ihren Job besser macht als App A, dann wechseln Sie lediglich die Rechte, die Sie gewähren. Bereits heute gibt es einige Handvoll Pod-Provider.

Erfunden hat’s, wie sollte es auch anders sein, Tim Berners-Lee auch genannt timbl und das ganze Projekt enstammt einem Forschungsprojekt am Massachuchetts Institute of Technology. Die Community ist global, kommt also aus allen Ecken des Planeten und arbeitet hart am Kernstück unter dem Dach des W3C, den Specifications. Terms, Ontologien, Vocabularies, Prozesse, Fehlermeldungen, Authentifikation und Autorisation sind erfunden worden und greifen bis ins letzte Detail ineinander. Im Wesentlichen gibt es bereits heute drei Versionen des Servers, die Produktionsreife erreicht haben, oder mindestens anstreben und die als Open Source jedermann zugängig sind. Der Quellcode ist in Javascript und Typescript geschrieben und wird in einem Github-Repository bereitgestellt. Stellen Sie sich vor, Sie brauchen nie wieder verschiedene Logins und Sie müssen nicht bei jeder neuen App wieder und wieder Ihre persönlichen Daten in ein Formular eintragen und sich dutzende (wenn nicht mehr) Passwörter merken. Manche nennen es Web 3.0. Mindestens auf der Transportschicht ist alles verschlüsselt. Die Blockchain brauchen Sie nicht dafür. Ein Haus hat verschiedene Zimmer mit verschiedenen Graden der Privatsphäre. Alice und Bob können kommunizieren, veröffentlichen, liken ohne dass Big Brother darin eingreifen kann. Denken Sie an die A.I. als Charlie. Das Web, wie es ursprünglich gedacht war, nimmt Formen an. Eine offizielle 1.0 gibt es noch nicht. Das ist jedoch lediglich eine Frage der Zeit. Sehen Sie sich um.

Spannende Zeiten.

Das Projekt “erster Arbeitsmarkt”

just because you’re offended, doesn’t mean you’re right.
just because you’re paranoid, doesn’t mean they’re NOT after you.
just because you can’t see it, doesn’t mean it isn’t there.

Politics is the entertainment division of the military-industrial complex. Frank Zappa.

Nach diesem Icebreaker versuchen wir eine analytische Untersuchung der Lage. Die Alltagsorganisation erfordert keine geistigen Höhenflüge. Die Brötchen und das Bier jedoch auf dem ersten Arbeitsmarkt zu verdienen um das Betreute Wohnen wieder verlassen zu können, den Straßenstress zu überleben und die Server einigermaßen technisch korrekt zu verwalten, gar bei der Implementierung mitzuhelfen, sich gesellschaftlich kompatibel zu verhalten, den Anforderungen gerecht zu werden, die täglich auf uns einströmen, sich gesund zu ernähren, sportlich zu betätigen, in Quantität und Qualität ausreichenden Schlaf zu bekommen, den Ärzten und Psychologen, dem staff, den Kollegen und Freunden, den Nachbarn, sich selbst, dem Gewissen, möglicherweise einer höheren Instanz gerecht zu werden kann leicht zu einem unüberschaubaren Projekt werden, zumal wir es uns wohl einige Jahrzehnte etwas zu bequem im psychiatrischen System gemacht haben. Lektüre, Nahrungsmittelbeschaffung und -zubereitung sowie Ehrlichkeit und Phantasie ist vorhanden. Löten werde ich lernen müssen. Im ÖPNV des Landstrichs finde ich mich zurecht.

Damit das Projekt gelingt, muss sowohl Pünktlichkeit als auch ein Minimum an handwerklichem Geschick sichergestellt sein. Übungsfelder hatten wir nun wirklich genug. Wir haben: einen UPS-Versand organisiert, Druckaufträge mit Serienbrieffunktionen durchgeführt, Datenbankanwendungen programmiert, Spender mit Miniaturhörfiltern bestückt, Musterkoffer hergestellt, Kartonage beschafft und produziert, transportsichere Verpackung von Material aus allen Industriebereichen sichergestellt, Umetikettierungen vorgenommen sowie eine schier unüberschaubare Anzahl von Schrauben gezählt. All dieses geschah in Teamarbeit, wobei manchmal der oder die andere aufgefangen werden musste, also gegenseite Rücksichtnahme, Kontrolle sowie Motivation und Zuarbeiten praktiziert werden musste. Möge diese Erfahrung reichen und uns das System mit der 50.000-er Leitung zu Hause nicht abrauchen sowie alle Bugfixes gelingen und die Dokumentation und Organisation in Issues und Pull Requests professionell genug sein. Der Kühlschrank und die Wohnungsklingel funktionieren. Nun haben wir also eine brauchbare, sinnvolle Aufgabe.

Welcome to the world of humanity, words and Sisyphus.

Das Forum

Die Go-Betweens müssen so um 1986 gewesen sein. Die prägende Phase war die Grunge-Ära. Zuerst waren wir naiv, dann Enthusiast, jedoch meistens Konsument bis auf einige Treffen am Beginn der Bielefelder Zeit. Gitarren sind ein roter Faden, der sich durch die Geschichte des Clubs zieht. Psychedelische Elemente hatten wir, Lautstärke hatten wir, wahrscheinlich gab es auch viele, die vom Weg abgekommen sind oder die wir verloren haben (ja an den ollen Gevatter Sensenmann). Jedoch ist ein Erfahrungsschatz entstanden, der aus heutiger Sicht gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Noch immer sane trifft sich die Family in unregelmäßigen Abständen. Es entfalten sich Gerüche und Melodien vor dem geistigen Auge. Einiges ist im Nebel untergegangen, in Erinnerung bleiben der Mittwochstermin sowie durchschnittlich 2 bis 3 Besuche pro Woche. Wir wollen hier nix aus der Mottenkiste holen, allerdings wäre der rosafarbene Tortenkarton doch wohl mal wert, geöffnet zu werden. Als Getriebener der Geschichte, immer eine Flasche Becks in der Hand, meistens vorne neben der linken Box folgt ein Absatz zu den Engeranern.

Wir saßen in der Garage, ein Wort gab das andere, schnell war ein Flyer produziert und bald trafen wir uns 14-tägig. Da die 10 Kilometer von Herford bis nach Enger mit dem Fahrrad nur schlecht zurückzulegen waren, verloren wir den Kontakt im Laufe der letzen 16 Jahre. Die Dynamik des Vereins jedenfalls stellte sich schnell als tragfähig heraus und bis heute gibt es Dart und Gesangsgruppen sowie musikalische Spaziergänge. Ein klassisches Jugendprojekt sind wir jedoch inzwischen wohl nicht mehr. Einige Veteranen haben sich um den Busbahnhof versammelt und Grüße sowie Verantwortung sind wohl angebracht. Möglicherweise ist das Projekt nicht überall wohlwollend aufgenommen worden. Es sei versichert, wir führten (und führen bis heute) nichts Böses im Schilde und musikalische sowie literarische Leckerbissen sind es unbedingt und in jedem Falle wert, ans Licht der Öffentlichkeit gebracht zu werden. Als Soundtrack der vergangenen Woche kann nur Lou Reed angebracht werden. Unclaimed, Thee Fourgiven und Lee Joseph hatten einen schwarzen Aufkleber mit grüner Schrift.

Nicht wegzudenken ist der Parkplatz.