4571 (BeWo/IBRP August)

Stellungnahme IBRP

  • Körper

  • Geist

  • Arbeit

  • Perspektive

  • Körper

Der Krebs von 2016 wurde im Frühjahr 2017 operativ entfernt und gilt seitdem als in Remission, also besiegt. Alle körperlichen Werte sind hinreichend, um als gesund zu gelten. 2023 ist erneut eine Rehabilitation zur Erhaltung der Arbeitskraft geplant. Die Leberwerte sind gut, die Augen sind gut, die Kondition reicht, um den Arbeitsweg mit dem Fahrrad zu bewältigen, selbst die Lunge ist gesund, was als starker Raucher nicht selbstverständlich ist. Kaffee gilt als Grundnahrungsmittel. Lediglich der Schlaf lässt an Quantität und Qualität manchmal zu wünschen übrig.

  • Geist

Die Suchtgeschichte reicht bis in die Gegenwart. Die Medikation wird wie verordnet eingenommen. Wut und Scham sind so stark, dass den Emotionen manchmal lautstark Luft verschafft wird. Diese Stellungnahme ist eine Auftragsarbeit und entsteht am dritten nüchternen Tag in Folge. Während der globalen Atempause durch die Covid-19-Pandemie wurde mit dem Feierabendbierchen nicht gespart. Da jedoch der Grund für den Alkoholgenuss in Unzufriedenheit, Frust und Unterforderung zu suchen war, ist eine 4-wöchige Bierpause ins selbstauferlegte Therapieprogramm aufgenommen worden. Erste Effekte werden in der dritten Woche erwartet. Das BeWo ist erprobter Rückzugsort ins Private. Subjektiv gibt es außer den 16 Mitbewohnern (Staff mitgerechnet), die als primäre Peergroup zählen, noch die Arbeitskollegen, die Genesungsbegleiter, die Gemeinde und der Verein, die als Wahlfamilie angesehen werden können. Zu den Eltern und dem Bruder wird regelmäßiger Telefonkontakt gehalten, jedoch meistens auf Unverständnis gestoßen. Die Psychiater von vor 20 Jahren haben eine formale Denkstörung diagnostiziert, mittlerweile ist der Kontakt zur PIA allerdings auf gesunde Füße gestellt worden und gilt als konstruktiv. Suizidalität ist nicht zu verzeichnen. Die Bezugsbetreuung ist stabil, lediglich bei den Mitbewohnern wird manchmal Abgrenzung praktiziert, was in Lethargie und Passivität begründet liegt, wovor ich mich schützen möchte. Positivismus macht nur dann Sinn, wenn eine begründete Hoffnung vorliegt.

  • Arbeit

Pausen werden autonom eingeteilt. Inhaltlich handelt es sich um Versand-, Druck-, Etikettier-, Musterherstellungs- und im weitesten Sinne Produktionsarbeiten. Die Wochenproduktion bei den Lederarbeiten ist meistens bereits Dienstag bewältigt. Die Zusammenarbeit mit UPS ist gut, der Tagesabschluss kann um 14 Uhr durchgeführt werden. Rein mengenmäßig ist die Arbeit meistens stumpfsinnig und wird recht langsam angegangen. Der Arbeitsweg wird mit dem Fahrrad bewältigt. Die bloße Anwesenheit beträt circa 90 Prozent, bei starken Motivationsproblemen wird die Hausärztin konsultiert und der frei verfügbare Urlaub ist bereits im Juno aufgebraucht. Die Pünktlichkeit ist für den dritten Arbeitsmarkt hinreichend. Das vorherrschende Grundgefühl ist Unterforderung. Der grundsätzliche Verantwortungsbereich ist beim Koralle-Versand am Computer und in der Lagerorganisation zu suchen. Eine Perspektive gibt es nicht.

  • Perspektive

Wie im letzten Abschnitt verzeichnet, muss die Motivation selbst geleistet werden und trotz mangelnder Perspektive der Arbeitsplatz als solcher wertgeschätzt werden. Das Minimalziel ist im Halten des Status Quo zu suchen. Die Finanzen werden selbständig verwaltet und gehen auf Plus-/Minus Null hinaus. Ein Gewerbeschein ist vorhanden. Die Ausbildung zum Anwendungsentwickler ist veraltet und überholt, jedoch wird Kontakt zu einer Community gehalten, die an einer Erneuerung und Dezentralisierung des World-Wide-Web arbeitet. Verschiedene Praktika als Genesungsbegleiter haben keine Früchte getragen. Der erste Arbeitsmarkt wird nicht mehr angestrebt. Die zwanzig Jahre Tätigkeit laufen am 18.7.2032 aus, so dass in Altersrente gegangen werden kann. Das Biotop in Wohnen und Arbeit ist fragil und instabil, so dass es bereits als Erfolg angesehen werden kann, wenn keine erneuten Klinikaufenthalte notwendig werden. Ein Bildchen zum durchschnittlichen Umsatz wird angefügt. Tabak ist als Fixkosten klassifiziert. Der Zweck dieser Arbeit besteht in der Weiterbewilligung des BeWo beim IBRP im August.

4568 (documentation)

headquarter monthly

  • started a sobriety experiment
  • coach two weeks away
  • food, clothes and bed
  • new work boots
  • democracy and freedom
  • fully vaccined
  • healthy body
  • hope is low
  • got the vinyl in the house
  • meds on a regular base
  • too much coffee
  • heavy smoker
  • several peer-groups
  • slow-growing character
  • behaviour-freak and no meditation
  • solidwebdotorg

4556 (Can’t stay with you)

whoever told you life would be easy
whoever said things will always go your way
in this endless game of win and loose
so many loved ones just fade away

oh I can’t stay with you
oh I can’t stay with you

once I laid my heart into uncaring hands
I watched the cruel one take it from me
now I hear you say I am your only one
but more than love I must be free

when I say to you forever stay with me
forever may mean just one day
nobody wants to be held down
the tighter you cling to me the faster I go away

love me now
tomorrow may never come
who you think you know isn’t really me
a restless heart calls
and I go away

– –

taken from “In a dark room” by Gary Floyd Band, World Service 1996

4552 (A Word about Jones)

Ob Falling James (Leaving Trains) noch unter den Lebenden weilt, entzieht sich meiner Kenntnis (er weilt). Die Celibate Rifles jedenfalls standen vor 30 Jahren vor dem Problem, 28 Guitarren nach Australien back home verschiffen zu müssen und konnten das Dank kompromissloser Hilfsbereitschaft auch bewerkstelligen. Wie man seinen Weg zwischen Daytimejob, Experienced-Involvement-Genesungsbegleiter, monitoring Member of the Web und Forrest Gump so weiter geht, dass nicht noch größerer Schaden entsteht, werden wir im Zweifelsfall herausfinden müssen. Ob man die richtige Sprache und den richtigen Ton trifft, scheint fraglich zu sein. Doch ohne Namen zu nennen, gibt es biologische Brüder und solche im Geiste (nein man muss beide Geschlechter erwähnen) also Geschwister und die Karma-Peddlers können das von mir aus gern unter sich ausmachen. Also lasst uns Hoffnung verbreiten. Auch wenn Österreich, Argentinien und Deutschland auf den ersten Blick unterschiedliche Landstriche in dieser globalen Pandemie sind, sind die Probleme wohl doch nur internationalisiert zu lösen. Bleibt geduldig ! es gruesst ein Wir-Mensch (ausnahmsweise nicht am Dienstag)…….

4548 (Einführung in Solid)

tuesday

Gut zu wissen, dass wir nun auch ein Diversity, Equity and Inclusion Team haben und die ganze Sache organisatorisch und technisch vorankommt. Die “Sache”, die hier gemeint ist, ist natürlich das Project Solid, das Sir Tim 2015 oder 2016 am Massachusetts Institute of Technology ins Leben gerufen hat und nun mit dem Startup Inrupt und einer äußerst agilen, technisch sehr versierten und bunten Community vorantreibt. Es handelt sich hierbei auf den tieferen Blick gesehen um einen Server. Einen Standard. Eine Spezifikation. Ein Identity Management. Ein Linked Data Projekt. Eine Storage-Lösung. Einen Provider für persönliche, sichere Webseiten. Eine Community von Enthusiasten, die zusammenarbeiten. All das ist Solid. Doch es ist mehr, so wie ein Ganzes mehr ist als die Summe seiner Teile. Synergien sind entstanden und werden ausgebaut. Es wird programmiert, diskutiert, organisiert und koordiniert. Lasst mich darum einige interessante Entrypoints hinterlassen, um Euch ein Bild zu verschaffen.

Lasst es mich so versuchen: Ihr erhaltet einen persönlichen Webserver, also Webspace mit einem gesicherten Login. Dies sind die sogenannten Pods. Euer Login, die sogenannte WebID benutzt Ihr, um ALLE Eure Apps zu authentifizieren. Die Apps sind interoperabel, also stellt Euch vor, Ihr müsst Eure persönlichen Daten wie Name, Email, Adresse, Telefon oder Bank Account nur einmal eingeben, und jede Eurer Apps erhält (natürlich nur wenn Ihr das wünscht, also Consent ausdrückt) Zugriff darauf. Und Ihr seid Eigentümer der Daten. Also die Apps (oder die Firmen, oder die Provider, oder die Regierungen, oder die Organisationen oder whoever) müssen fragen: Darf ich das ? Das stellt natürlich die gängige Praxis bei den bekannten Data Silos auf den Kopf. Ihr könnt Fotos, Kommentare, Musik, Videos, Präsentationen, whatever in Eurem Pod speichern, jedoch was Solid besonders macht, ist dass es sich um Linked Data handelt, also wir weben alle gemeinsam am semantischen Netz mit, die Daten sind human- und machine-readable, mit Metadaten versehen und in Triples oder Quads organisiert.

Wenn Euch das zuviel Fachchinesisch war, in kurz: EURE DATEN GEHÖREN EUCH!!!

Notiert Euch zwei Termine:

https://jackson.solidcommunity.net/public/solid-networking/05-2021.html

und

see you out there…

4539 (Future, mother tongue)

Außer bei gewissen Singularitäten kann man die Naturgesetze nicht außer Kraft setzen. Das Web besteht jetzt seit circa 32 Jahren und hat sich mehrfach radikal gewandelt, nicht immer zum Besseren. Der erste Browser war auch ein Editor. Wenn man eine Korrektur für notwendig erachtet, sollte man sich ernsthaft mit Solid auseinandersetzen. Webseitenübergreifende Logins, Interoperabilität, eine Verbesserung der Privatsphäre durch echte Datenhoheit sowie Protokolle und Spezifikationen die die wahren Möglichkeiten von http(s) ausloten rücken in erreichbare Nähe. Wie ist es möglich, dass 1969 Videos bis zum und vom Mond gesendet wurden, uns allerdings 2020 das Teilen einer einfachen Bilddatei zwischen zwei 11 Kilometer entfernten Rechenzentren als technischer Fortschritt verkauft wird, wie durch Facebook und Google bzw. LinkedIn geschehen ? Als einigermaßen wacher Beobachter und mit einer gewissen Vorstellungskraft versehen merkt der User doch leicht, dass uns hier ein Apfel als Pferd verkauft wird, und es mal freundlich auszudrücken. Dass wir uns in einer Pandemie befinden, in der das Teilen von medizinischen Daten (unter anderem somatischer Art) notwendiger als jemals zuvor ist und wir uns mit der Ausgestaltung unserer Zukunft in einer post-pandemischen Welt auseinandersetzen sollten, ist eine greifbare Notwendigkeit. Die Bekämpfung von Hass und Verachtung in sozialen Netzwerken sowie die Schaffung und Veröffentlichung von nachprüfbaren Fakten ist nicht nur ein Sideeffect und eine Vision von spinnerten Computerfreaks, die sich in Tunneln und Echokammern mit Bits und Bytes beschäftigen sondern kann von Jedermann und Jederfrau leicht als wünschenswerter Fortschritt deklariert werden und sollte in der Phantasie und der Imagination unserer (digitalen) Zukunft bereits hier und heute stattfinden. Es darf auch erwähnt werden, dass Strukturen und Usability durchaus vereinfacht werden können, allerdings durch das Verweben des semantischen Netzes und der komplexen Natur des Sachverhaltes einiges an Nachdenken und Durchdringung durch gedankliche Beschäftigung notwendig ist.

Fortbildung heißt nicht, dass man sich durch die Bildzeitung bildet und das Gehirn anschließend fort ist.
Psychische und physische Gesundheit sind kein elitärer Club sondern unveräußerliche Menschenrechte.

1) https://solidproject.org
2) https://ex-in.de

4536 (sockets)

testapp erstellt.
ich experimentiere mit websockets sub and pub.
momentane funktionalität:
* eine Datei (im Pod) wird ausgelesen und in der Konsole angezeigt.
* bei Changes in der Datei werden die Aenderungen realtime in der Console geloggt.
* User COULD login, this is secondary.
* Websocket wird korrekt geöffnet, ausgelesen, allerdings monentan nicht geclosed.
* es wird Solid Protocol '0.1.0' verwendet.
* senden: sub
* auslesen: pub
* String-Operationen und -Manipulationen
* realtime read and write
* possible purpose: a simple chat-app
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