Bots

Sternzeit 1460,5

Vielmehr handelte es sich bei den Fremdenlegionären um eine Freiwilligenarmee. Nicht zu vergleichen mit Borg oder Bots. Wer sein Leben hinter sich lassen wollte, schloss sich ihnen an. Maurie hatte einige wenige bereits kennenlernen dürfen. Er war beeindruckt von der Schärfe ihrer Beobachtungsgabe und ihres Engagements. Nun saß Maurie am Strand, aß ein Eis und überlegte seine nächsten Schritte. Die Festung war weithin sichtbar. Ein anderes Leben. Maurie geriet in Versuchung, sein Forscherleben an den Nagel zu hängen und sich ihnen anzuschließen. Weil er Johann und Jane einige Tage nicht gesehen hatte, ging er schließlich in ein Internetcafe. Zu Live-Messengern hatte er keinen Zugang, weil er keinen entsprechenden Account hatte, aber Kontakt über Email würde komplett ausreichen. Er setzte eine Nachricht ab. Das christliche Ferienlager veranstaltete ab und an Ausflüge nach Monaco. Nun drehte Maurie sich eine Zigarette und rauchte sie. Dann ging er schwimmen. Den meisten seiner Mitmenschen begegnete Maurie mit Hass oder Verachtung. Für das andere Geschlecht interessierte er sich schon lange nicht mehr. Was soll ich Euch sagen, ein Flash setzte ein und Maurie wurde in die Parallelmühle in der Heimat gebeamt.

Es klingelte. Maurie schickte die Stromzecke zum Teufel. Er begann, in militärischen Strukturen zu denken. Die Mühle war gut befestigt, das war ein Anfang. Zu dumm, dass er meistens sowieso allein war. Wenn er John und Jane überzeugen konnte, mitzukommen…

Bald, nur allzubald, würde er mehr erfahren.

Staunen

Sternzeit 1457,3

Maurie wunderte sich doch sehr, als er sich am Nachmittag desselben Tages plötzlich schlagartig wieder über dem Mittelmeer befand. Johann und Jane hatten ihn am späten Nachmittag wieder verlassen und er entschied sich zu einer Landung auf Korsika, das in erreichbarer Nähe war. Als Landeplatz wählte er den Hof einer mittelalterlichen Festung in Calvi im Nordwesten. Als er gelandet war, kochte er sich als erstes einen Tee und blieb bis auf Weiteres auf dem Deck in der ersten Etage der Mühle. Sein französisch schien ihm nicht gut genug, um Kontakt zu den Fremdenlegionären aufzunehmen. In den Logfiles fand er eine Lücke zwischen seiner Position in Ostwestfalen und seinem jetzigen Aufenthaltsort. Seine Landung musste doch bestimmt einiges an Aufregung ausgelöst haben. Als er schlafen ging, markierte er seine Position auf einer Karte und fügte die Uhrzeit hinzu. Er wusste nämlich nicht, ob er den Logfiles vertrauen konnte. Das war ja mal ein seltsamer Effekt gewesen. Am nächsten Morgen weckten John und Jane ihn wieder an seinem ursprünglichen Standort und wollten wissen, was geschehen war. Die Maschine schien sich gleichzeitig an beiden Orten zu befinden und von Zeit zu Zeit herüberzuswitchen, so dass er an zwei Positionen gleichzeitig war. John wollte ihm zunächst nicht glauben, als er die Festung jedoch genau beschreiben konnte, wichen die letzten Zweifel. John und Jane mussten ihn jedoch am Vormittag wieder verlassen, da sie beide im Gegensatz zu ihm einer geregelten Tätigkeit nachgingen. Dieses Mal wollte Maurie sich gut auf den Sprung vorbereiten und studierte die Karte der Insel genau. Doch nichts geschah, auch am späten Nachmittag stand er noch immer im tiefsten Ostwestfalen, die Flügel drehten sich allerdings langsam im Wind. Also eine Pizza. Vielleicht ein Bier. Warten. Vermutungen anstellen. Erst spät in der Nacht fiel er in einen unruhigen Schlaf, war er sich doch nicht gewiss, wo er am nächsten Morgen aufwachen würde.