Liesberg

Nach unserer Rückkehr aus Amsterdam landeten wir auf dem Engeraner Liesberg, dem Ursprungsstandort unseres Windmühlenraumschiffs. Zu Fuß schwärmten wir aus, um Veränderungen in unserer Heimatstadt auszumachen, die eventuell in unserer Abwesenheit stattgefunden haben könnten. Wir fanden die Bäckerei und die Tankstelle an ihren gewohnten Orten. Lediglich der Kneipenbesitzer hatte in der Zwischenzeit mal wieder gewechselt. Wir fanden uns nach diesen ersten Erkundungen auf dem Bedienungsdeck ein und orderten eine Runde Pizza für alle. Der Ameisenbär brach das Brot und eröffnete die Mahlzeit. Sogar O. nahm sich Zeit für sein Stück und schlang einmal nicht alles hinunter, wie das sonst so seine Art war. Es gab Cola und Bier für alle. Dagegen hatte auch niemand etwas einzuwenden, bestand doch nicht die Gefahr, dass einer von uns es übertreiben könnte. Wir tauschten etwas Seemannsgarn aus und fütterten die olfaktorische Einheit des Grizzly mit neuen Eindrücken. Anschließend räumten wir das Erdgeschoss auf. Zu viel Gerümpel hatte sich dort angesammelt, eine örtliche Recyclingbörse wäre für das meiste von dem Zeug dankbar. Wir würden es sogar vorbeibringen, um nicht auf eine umständliche Terminabsprache mit dem Abholdienst angewiesen zu sein. Einen Bulli würden wir uns problemlos leihen können. Die Filmdose war an ihrem Platz, zum Glück. Wir konsultierten die Logfiles. Bis zu unserem nächsten Start würden wir hier ausharren. John und Jane gingen derweil nach Hause und verabschiedeten sich von weiteren Abenteuern. Vielleicht war ihnen das doch alles etwas zu aufregend gewesen. Da wir ansonsten eine recht illustre Mannschaft waren, schien das auch für alle in Ordnung zu gehen. Die Mondbasis funkte dem Grizzly den aktuellen Stand der Besiedelungspolitik durch, O. nahm eine Dusche und der Delphin übte jonglieren. Teevorräte würden wir auch für unsere nächste Mission genug dabeihaben. Wir sandten unsere seit Jahrhunderten gleichen Koordinaten zur Stiftskirche rüber und gingen eine Rund ins KIZ, Fussball gucken, jedenfalls der Teil von uns, der sich dafür interessierte. Der Rest der Mannschaft spielte Malefiz, Halma oder Backgammon, bevor alle in ihre Kojen gingen. 4 Grad, leichter Wind, kein Regen. Zunehmender Mond. Der Frosch rauchte nach dem Logbucheintrag eine Zigarette. Nachtwachen würden wir heute abend jedenfalls nicht benötigen.

trip nach holland

Die Dark Shadow startete ihren nächsten Aufklärungsflug. Es ging Richtung Westen. Der im Bedienungsdeck eingebaute Kühlschrank war gut gefüllt mit Bier und Lebensmitteln. Auch Kekse waren noch genug da. Der Grizzly hatte eine gute Route nach Scheveningen ausgerechnet, wo die heutige Mission begann. Im Sinkflug rief O. dreimal Halleluja, aber die Mannschaft hatte beschlossen, O. in der Windmühle zu lassen, das wäre besser für ihn, nur wusste er es noch nicht. Die Landung in einem Maisfeld klappte tadellos. Lediglich – nun – man würde ihre Spuren zurückverfolgen können. Der Forscher, Maurie und Bernie waren das erste Außenteam. Die drei bahnten sich ihren Weg durch den Mais. O. unterhielt sich derweil mit der Maulwurfine. Der Forscher folgte dem Kompass. Als erstes stießen sie auf ein Fahrrad, das unabgeschlossen an eine Laterne gelehnt war. Es musste wohl ein weißes sein. Hatte das Projekt doch noch geklappt. Maurie funkte :’Privatfahrräder überwunden’ zum Grizzly. Der speicherte alles in seiner Datenbank ab.

– Wo warst Du denn, bevor Du zu uns stießt ?
– Ich züchtete Spinnen in Detmold. Und Du ?
– Ich schwomm gerade eine Runde in Küstennähe.

Der Ameisenbär hatte sich zur Einholung von neuen Instruktionen ins Allerheilgste, das war das Kabuff im Erdgeschoss neben dem Tee, zurückgezogen. Als er zurückkam, las er dem Grizzly eine Geschichte vor und würde ihm die weitere Berechnung der Route überlassen. Das Außenteam kam zurück. Sie berichteten wahrheitsgemäß von stattgefundenen Kontakten und hatten auch einige Scandaten für den Grizzly. Der Grizzly machte einen Vorschlag. Er mochte keine Befehle, deshalb machte er lediglich Vorschläge. Aber Amsterdam war für alle okay.

stream of consciesness

we have part one done. data is saved as .wab and .dbx. further steps to go. moron-tagged.
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günther kanschat
carlson, astrid
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jung, kay-uwe
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wigbert pieper ist enger eintausend
bobo
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>>data

R.I.P.

Sternzeit unbekannt

Heute haben wir Blacky verloren. Sie war wohl etwas zu draufgängerisch oder verwegen. Unbekannt, wo ihr Kadaver abblieb, hielten wir eine letzte symbolische Totenwache am offenen Fenster. Der Ameisenbär las einen Psalm und O. rauchte einen Bernd. Anschließend aßen wir die Kekse der Maulwurfine. Morgen wäre schon wieder so eine seltsame Versammlung. Der Grizzly hatte die Erinnerungen an Blacky in den Tiefen seines Bewusstseins abgespeichert und könnte vielleicht… Nein, Bürger waren wir wirklich nicht.

Flash.

Der Forscher kam von seinem Abendspaziergang nach Hause, als ein möglicherweise 16-jähriges Mädchen vor seiner Haustür kauerte. ‘Ich habe auf dich gewartet’ sagte sie. Dann erklärte sie ihr Anliegen.

Flash

Maurie trank. Nicht viel, aber regelmäßig. Wohin damit ? In den Orbit. Die Dark Shadow erhob sich zu ihrem nächsten Aufklärungsflug.

Flash

Im Ozean. Seebestattung. Zuverlässig. Disziplin. Befehle. Tiere. Grauenvolle Erinnerungen. Kein Morgen. Nur Jetzt. Bis in alle Ewigkeiten. Zwei Füße ohne Schuhe. Fuck Art. Feuerwehr. Datennetze. Natur. Spacecakes. Werbung. News. Children.

Flash

Im Geiste wiederholte er ständig : Wäre ich doch ein kleiner Kiffer geblieben.

raffiniert zu popfürzen – Stimmenrausch 2014-12-10

Nicolas Born, 35ster Todestag; Manfred Jenning, 35ster Todestag (7. Dezember)
Camille Claudel, zum 150sten; Charles Amberg, zum 120sten; Elzie Crisler Segar, zum 120sten; Erich Hornsmann, zum 105ten; Ernst Hermanns, zum 100sten; Paul Rutherford, zum 55sten (8. Dezember)
Hape Kerkeling, zum 50sten; Paul Landers, zum 50sten; Viktor Agartz, 50ster Todestag; Max Bill, 20ster Todestag (9. Dezember)

“Erst als ich damit begann, die Fotos meiner mimischen Farces zeichnerisch zu überarbeiten, entdeckte ich Überraschendes. Lauter neue, unbekannte Menschen, die in mir lauerten, die aber meine Muskeln allein nicht formulieren konnten. So verband ich das schauspielerische und das graphische Ausdrucksmedium zu einer einzigen Kunstform, die mich seither jahrelang beschäftigt hat. Diese Anti-Jogas tragikomischer Posen, manierierter Clownereien und müder Haltungen ohne Grazie, Chic und Charme beanspruchen nicht, harmonischer Körperausdruck zu sein, sondern eine Suche nach den vielen möglichen und unmöglichen Menschen, die in uns allen stecken.”

Arnulf Rainer, zum 85sten; z.n.w.

“Zweifellos ist der Mensch immer der gleiche, ein unsichtbarer nexus verbindet den Säugling mit dem Greis, sie sind ein Mensch.”

“Was ist das menschliche Gehirn anders als ein kolossales Palimpsest? Mein Gehirn ist ein solches Palimpsest.”

Thomas De Quincey, zum 155sten Todestag; in: “Confessions of an English Opium-Eater” (1821), übersetzt von Walter Schmiele

“I’d rather have a free bottle in front of me than a prefrontal lobotomy.”

Tom Waits, zum 65sten; common

“Aber ich habe auch immer an meinen Ketten gerasselt. Ich wollte meine Begabung ausleben.”

Marie Marcks, hier zitiert nach Susanne Mayer

You wander late alone,
The flesh frets on the bone,
Your love fails in your breast,
Here is the pillow.
Rest.

Léonie Adams, zum 115ten; in her poem “Lullaby”, from Poems: A Selection, New York 1954; here quoted after Seamus Cooney

“As an artist, I feel that we must try many things – but above all we must dare to fail. You must be willing to risk everything to really express it all.”

John Cassavetes, zum 85sten; common

“Poetry is the deification of reality.”

Edith Sitwell, 50ster Todestag; common

es wird immer enger
im zusammenverrückt
wachsen deutsche ängste
einschläge werden häufiger
negerlümmel kommen näher
wie so viele poetische topoi
dichter werden
und nicht untergehen wollen
“die natur verhandelt nicht”
(grienpiss)
mein hysterisches gekicher
beim anhören der nachrichten
amüsiert mich selbst so wenig
wie das geplärre von erdmöbel
grönemeier oder kalkbrenner
oder fluffiger hipsterretrosoul

und das letzte wort haben mit dem
fußballwitz der woche

gestern in heilig-geist in wolfsburg:
“laß uns dranbleiben,”
nicklas bendtner zum gekreuzigten,
“wenigstens bis ostern.”

Mittwoch, 10. Dezember 20 ab 19 Uhr

A-Laden Experience (ALEx) im BAIZ:

Gustav Landauer
Konstruktionsversuch des Subjekts der Befreiung

Zwischen Fremdheit und höchster Aktualität schwankt heute die Wahrnehmung des Landauer’schen Werks. Wie aber sind diese Elemente darin zu trennen, um
aus der Erhellung einer historisch spezifischen Praxis ein gegenwartsbezogenes Anwendungswissen zu beziehen? Die Antwort hat Landauer seinen Texten selbst mitgegeben, wenn er sich darin gelegentlich als Spinozist zu erkennen gibt. Seltener explizit, aber immer in operativer Form ist Spinoza in Landauers Praxis gegenwärtig, um seine Interventionen zu orientieren. An diesem Abend soll es zunächst darum gehen, Landauers spinozistischen Anarchismus in einigen Grundzügen zu rekonstruieren, um darauf aufbauend eine aktualisierende Neuformulierung seines Projektes zu versuchen, das wesentlich Praxis der Befreiung ist und identisch mit der Konstruktion ihres Subjekts. Man versteht nun besser die seltsam sprechende Aktualität Landauers, der zu seiner Zeit überall die heute drängendsten Fragen berührt, die Fragen also nach der Orientierung, der Praxis und der Form der Einheit des politischen Subjektes der Befreiung.
Vortrag und Diskussion, Referent: Jan Rolletschek

BAIZ neu
Schönhauser Allee 26 A
Berlin-Prenzlauer Berg

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Donnerstag, 11. Dezember um 19 Uhr

Stadtteilversammlung in Neukölln

Zu viel Ärger – zu wenig Wut. Das war das Motto der Lärmdemonstration durch Neukölln im Oktober, und daran wollen wir nun anschließen. Denn zu viel Ärger gibt immer noch. Die Mieten steigen in immer neue Höhen – unter 10Euro ist hier im Kiez fast nichts mehr zu bekommen, und auch das städtische Wohnungsbauunternehmen Stadt & Land nimmt in den von ihnen neu zugekauften Häusern gerne Mieten, die weit über dem Mietspiegel liegen. Auch Modernisierungsankündigungen werden immer wieder dazu genutzt, um Mieter_innen zu vertreiben. Wie es mit dem Tempelhofer Feld nach dem gewonnenen Volksentscheid weiter geht, ist immer noch offen. Aber auch aktuelle Konflikte mit Hausbesitzer_innen sollen zur Sprache kommen. Wir wollen zum Jahresabschluss noch einmal ein Forum zum Austausch anbieten. Die Stadtteilversammlung lebt, wie sich schon in der Vergangenheit gezeigt hat, von den Beiträgen vieler Bewohner_innen aus dem Kiez. Deshalb kommt zur Stadtteilversammlung.

Inputs:
Einschätzung zur Lärmdemonstration und wie weiter?
Was wird mit dem Tempelhofer Feld?
Vorstellung von aktuellen Konflikten

Lange Nacht
Weisestraße 8 Ecke Selchower Straße
Berlin-Neukölln
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Donnerstag, 11. Dezember um 20:00

Lesung und Buchpräsentation mit PoinT

DIE HOODIES

In einem kleinen brandenburgischen Dorf tauchen ein paar fremde Jugendliche auf. Erst sind es nur wenige, aber dann werden es immer mehr. Keiner weiß, woher sie kommen und was sie wollen. Einzig auffällig sind ihre Kapuzen, weshalb die Kinder im Dorf sie auch die HOODIES nennen.
Mittlerweile sind es beängstigend viele geworden. Selbst auf den Häusern und Stromleitungen haben sie Platz genommen… Doch aus welchem Grund? Eine Geschichte über das Fremde und Unverständliche und die Frage: Nehmen wir es als Bedrohung wahr oder gelingt es uns, offen und zugänglich zu bleiben?

Eine spannende Neuentdeckung ist der noch junge Verlag Parallelallee, der Ende 2013 als kleiner, unabhängiger Verlag für Comics und illustrierte Literatur gegründet wurde.

neurotitan shop & gallery
im Haus Schwarzenberg
Rosenthaler Straße 39
Berlin-Mitte

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Donnerstag, 11. Dezember um 20 Uhr

Filmpräsentation von labournet.tv

Das Jahr 01 (L’an 01)

Das Jahr 01 ist einer der wenigen Spielfilme, die sich gründlich mit der Frage “wie wollen wir leben?” beschäftigt. Eine sozialistische Übergangsphase, ein Zentralkomitee oder sonstige Instanzen werden dafür nicht als nötig erachtet. An einem Tag um 15:00, ist es soweit: “Wir stoppen alles, denken nach und es ist echt nicht traurig!” Von nun an wird alles mögliche umgewälzt oder abgeschafft (entfremdete Arbeit, Geld, Privateigentum, Knäste…). Das Spiel, die Lust, die Wissenschaft, die Kunst wird von jedem, der es möchte, angeeignet.
Das Jahr 01 basiert auf dem gleichnamigen Comic und wurde Anfang der 70er Jahre überwiegend in Frankreich gedreht. Wer die Regisseure sind, ist – auch wenn sie teilweise Karriere gemacht haben – vollkommen unwichtig. Es ist ein kollektives Spiel, ohne Hauptdarsteller_innen. Deshalb kann man im Vorspann keine Namen lesen: “Es sind so viele und sie werden sich schon erkennen”.
labournet.tv hat die ersten deutschen Untertitel erstellt. Auszug unter: http:​//de.​labournet.​tv/video/6635/das-jahr-01​. Die Deutschen Untertitel werden im Rahmen der Veranstaltung zur Verfügung gestellt.
Anschließend möchten wir gerne über den heutigen Sinn und Unsinn dieses Werkes diskutieren.

TRICKSTER
Oberbaumstraße 11
Berlin-Kreuzberg

Hinweise von
Stimmenrausch gesch. Marke des Büro für Gute Worte
Literatur- Text- Veranstalter- Presse- Online- Agentur
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Abo pfeifer[at]stimmenrausch[dot]de

die schrecken gefühlten friedens – Stimmenrausch 2014-12-07

Elfriede Lohse-Wächtler, zum 115ten; Rudolf Hausner, zum 100sten; Jeff Bridges, zum 65sten; Feridun Zaimoglu, zum 50sten; Emil Felden, 55ster Todestag (4. Dezember)
Hennes Weisweiler, zum 95sten; Hanif Kureishi, zum 60sten; Phillis Wheatley, 230ster Todestag; Pietro Germi, 40ster Todestag; Sonia Delaunay-Terk, 35ster Todestag; Heinz Fülfe, 20ster Todestag; Colin Wilson, Todestag (5. Dezember)
Alain Tanner, zum 85sten; Imre Koszegi, zum 70sten; Leadbelly, 65ster Todestag (6. Dezember)

“Denn Krieg besteht nicht nur in Schlachten oder Kampfhandlungen, sondern in einem Zeitraum, in dem der Wille zum Kampf genügend bekannt ist.”

“Gewalt und Betrug sind die zwei Haupttugenden im Kriege.”

Thomas Hobbes, zum 335sten Todestag; aus: Leviathan, zit.n.wiki.

“Die deutschen Soldaten der Zukunft müssen die Traditionen der deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs fortsetzen.” (F.J. Strauß in Welt am Sonntag)

“Ich glaube, man kann keine andere Lehre daraus ziehen, wenn man sechs Jahre Krieg hautnah miterlebt hat, gibt es nur die eine Erklärung dafür, daß es unmöglich gewesen ist. Das war so bedrückend, auch erniedrigend zum Teil und so, das kann man nicht wiederholen, da gibt es keine Glorie dafür, keine Schönheit, keine Sympathie für diese Art von Leben. Der Krieg ist so schrecklich, er bedeutet die Erniedrigung eines Menschen, der sich nicht wehren kann und der nicht weiß, was mit ihm geschieht.” (H.H. Kirst als Antwort auf voriges Zitat)

Hans Hellmut Kirst, zum 100sten; z.n.w.

Und dann war er weg. Der Aufzug öffnete sich rasselnd und nahm ihn in Empfang. In seinem Kopf schlug eine grosse Trommel, und Tränen liefen über sein ganzes Gesicht. In der Ferne schlug eine Kirchenglocke. Zwölf Uhr. Er hatte das Bedürfnis zu laufen. Er würde zu spät zum Krieg kommen.

Robert Lowry, zum 20sten Todestag;
aus: “Der Spielzeugballon”, in: The Little Man Stories – Robert Lowrys frühe Erzählungen, Übertragung von Esther Breger; hier zit. n. Florian Vetsch

Wollen wir uns wirklich noch an den Schein klammem, als sei alles beim Alten geblieben ? Sind wir nicht alle tödlich verwundet ? … Auch unser Volk ist durchsetzt von heimlichem Krieg. … Soll unsere Lebensgestaltung, unsere Kunst das totschweigen ?

Max Pulver, zum 125sten; aus dem Aufsatz: “Warum haben wir kein Drama?”, zitiert nach Robert Faesi
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Büro für Gute Worte – Abo pfeifer[at]stimmenrausch[dot]de