Sister Double Happiness – You for you | Heart and Mind |

You for you

Sometimes I think about leaving home
Just pulling up stakes and go wandering
I don’t know where I belong
I hope what I’m doing is right
Lord, I pray I’m not wrong

‘Cause you know when you make mistakes
It’s really hard to right those wrongs
And you know when you cross life’s bridges
They are just as good as burned
And you know when you think that you’ve got it
It all just falls apart, don’t it?

I was hoping you would come along
Baby, there to keep me strong
I will keep you strong, too
I will never try to hold you down
I want you to stay around
I love you for you

‘Cause you know when you make mistakes
It’s really hard to right those wrongs
And you know when you cross life’s bridges
They are just as good as burned
And you know when you think that you’ve got it
It all just falls apart, don’t it?

I was hoping you would come with me
Baby, stay around to see
I will never do you wrong
I will never try to hold you down
I want you to stay around
—-
written by [wird nachgeholt]
performed by
-Gary Floyd
-Lynn Perko
-Ben Cohen
-Jeff Palmer
—-
from Sister Double Happiness, Heart and Mind, Reprise 1991
—-
P.S.: The band wanted the album to be completely different, listen ‘A&R Man’ from ‘Horsey Water’, Sub Pop 1994

nach starkem abgang – Stimmenrausch 2014-11-18

Johann Erich Biester, zum 265sten; Friedrich Vordemberge-Gildewart, zum 115ten; Christa Johannsen, zum 100sten; Jakob Böhme, 390ster Todestag; Ursula Herking, 40ster Todestag (17. November)

Ein Mythos. Der Mythos von der frühreifen Jugend. Das verzerrte Versprechen des genialen Kindes. Man sagt von solch frühreifem Kind, das vorzeitig stirbt: “Es konnte nicht am Leben bleiben, sehen Sie, es war viel zu intelligent.”
Rimbaud stirbt an Jahrhunderten der Barbarei. Victor stirbt ganz einfach an seinem neunten Geburtstag. Ganz dumm – kleinbürgerlich -, aber doch genau in dem Augenblick, da sich ihm zum ersten Male das Leben offenbart, das Leben, wie es ist. Mit seinen Erinnerungen, seinen Versprechen, seinen Verwicklungen, seinen Vergänglichkeiten. Um genau zu sein, es gibt nichts Vergänglicheres als einen Geburtstag.

Victor ist vielleicht ein peinliches Werk. Und ich weiß sehr wohl, daß Verlegenheit der Feind des Vergnügens ist. Aber wer hindert das Publikum, sich sein Vergnügen auf Kosten des Autors zu holen?

Roger Vitrac, zum 115ten; Auszug aus einem Artikel in Le Figaro am 11. November 1946, übersetzt von Susanne Lüpertz; hier erstmals digitalisiert

“Ich sterbe. Du stirbst. Er stirbt.
Viel schlimmer ist, wenn ein volles Faß verdirbt.”

Joachim Ringelnatz, 80ster Todestag; z.n.w.
—-
Büro für Gute Worte – Abo pfeifer[at]stimmenrausch[dot]de

ankunft tor – Stimmenrausch 2014-11-16

Wilhelm Marr (?), zum 195sten; George Simon Kaufman, zum 125sten; Jack Sheppard, 290ster Todestag; Yves Berger, 10ter Todestag

“Ein Projekt?” fragte ich, “ein Projekt?”
Es klang, als hätten wir uns damals mit Aktenord-
nern umgeben. Anträge gestellt. Mit aller Welt tele-
foniert.
“Ihr habt immer etwas in Notizbücher eingetra-
gen. Habt euch Stichwörter zugerufen. Ich habe den
Klang noch im Ohr, aber ich weiß nicht, was es war”,
sagte er, “- und du hast geschrieben!”
“Ich – geschrieben?”
Ich dehnte die Silben ein wenig, obwohl ich im sel-
ben Moment schon die Notizbücher, die schwarzen
chinesischen Notizbücher mit den roten Rücken und
den roten Kanten vor mir sah, die damals aufgetaucht
waren und so viele zum Notieren lockten. Trotz ihres
holzhaltigen Papiers beliebte Botschafter der Kultur-
revolution.

Hugo Dittberner, zum 70sten; aus: “Das See-Vokabularium. Roman”, Göttingen 2010

exit strategie

dank bush
dank schröder
es dauerte gute zehn jahre
und die antworten
auf enduring freedom
vom rand der mitte
unserer zivilgesellschaft
wollen nicht länger überhört werden
helden nach altem muster
sind nicht handelsvertreter
bei denen eintritt gezahlt wird
diese geben einen aus
mitreißend
—-
Büro für Gute Worte – Abo pfeifer[at]stimmenrausch[dot]de

zu tode bemüht – Stimmenrausch 2014-11-15

Alfred Hermann Fried, zum 150sten; Maurice Leblanc, zum 150sten; Howard Fast, zum 100sten; Jassir Arafat, 10ter Todestag; Hans Marquardt, 10ter Todestag (11. November)
Philipp Jakob Siebenpfeiffer, zum 225sten; Wilhelm Lachnit, zum 115ten; Michael Ende, zum 85sten; Charles Manson (80); Booker T. Jones, zum 70sten; Wilma Rudolph, 20ster Todestag (12. November)
Helene Stöcker, zum 145sten; Wilhelm Dittmann, zum 140sten; Günter Reimann, zum 110ten; Philipp von Zesen, 325ster Todestag; Vittorio De Sica, 40ster Todestag; Karen Silkwood, 40ster Todestag, Chester Himes, 30ster Todestag; John Balance, 10ter Todestag (13. November)
Jawaharlal Nehru, zum 125sten; Horst Janssen, zum 85sten; Rudolf Thome, zum 75sten; Rainer Baumann, zum 65sten; Flora Tristan, 170ster Todestag (14. November)
Etty Hillesum, zum 100sten; Joy Fleming, zum 70sten; Annemarie Böll, 10ter Todestag (15. November)

“In jeder Verfassung der Welt steht ja ein Recht auf Privatsphäre, Unverletzlichkeit der Wohnung und so weiter. Das ist abgeschafft.”
“Wir leben in postdemokratischen Zuständen.”

Hans Magnus Enzensberger, zum 85sten; aus einem Fernsehinterview vom August 2013, hiert zitiert nach Volker Weidermann

“Wonderful! Wonderful this death!”

William Etty, letzte Worte vor 165 Jahren

hetzen bis ins beil
hools&fools&nazischlucker, die gleiche blase…

die heute mit breiter brust und antidemokratischer
gesinnung die straße für ihre rassistischen slogans
einnimmt oder von den ordnungskräften freiprügeln läßt,
um “salafisten”, die & deren ideale sie nicht kennt, ihren
marsch zu blasen, steht bewährtem deutschen henkertum
am nächsten, das zu opas besten zeiten die kopf-ab-methode
für die gegner nicht nur propagiert sondern genauso praktiziert hat.

der appell der politik an unsere biederen national-rassistischen reflexe
in verbindung mit obstruktion der ermittlungsbehörden nach rechtswende
zeitigt spontan wie nachhaltig “erfolge” und viele mordopfer in diesem land.

ein solches klima ist nährboden für kalten krieg wie begeisternde kriegstreiberei,
unabdingbar, darum auf allen ebenen von eliten aus politik & öffentlichkeit befeuert.
wo sind die stimmen aus der mitte der gesellschaft, in universitäten, gewerkschaften,
kirchen, in presse und kulturarbeit, die in einem breitem bündnis dieser unvernunft einer
leicht entflammbaren gewaltbereitschaft energisch entgegentreten? wer jetzt stumm bleibt,
ist spätestens nach einer krise wieder schlau, erkennt, daß sein schweigen zustimmung war.
—-
Büro für Gute Worte – Abo pfeifer[at]stimmenrausch[dot]de

Jawohl, diese Seite unterliegt meinem Einflussbereich und ich zitiere hier das Büro für Gute Worte. Hierbei handelt es sich im weitesten Sinne widerum um Zitate aus der Literaturgeschichte und um Veranstaltungstips für Berlin, die jedoch gekürzt werden.

Jawohl, ich verrichte meine tägliche Arbeit in einem Industrieservice. Hier ist auch einmal Zeit für Killefit. Oh ja, manchmal lässt die Motivation zu wünschen übrig, aber im Wesentlichen bin ich doch pünktlich und produktiv. Zu lange sind Jahre des Nichtstuns ins Land gezogen.

Jawohl, Psychiatrieerfahrung habe ich in 18 Jahren gesammelt, ich möchte das aber nicht wie einen Schild vor mir hertragen, es ist lediglich so, dass oft genug die Hoffnung fehlte. Irgendwann kommt der Schritt des endgültigen Ausgewildertwerdens, da doch die betreute Wohnform und die Tätigkeit auf dem zweiten, dritten oder vierten Arbeitsmarkt arg an den Nerven zerrt.

Jawohl und Nein. Jawohl ich bin Musikfreak und nein ich bin weder politisch engagiert noch Satanist. Wir sehen uns….. P.S.: Mann Max, der Winter räumt ab, das ist wohl war, aber wir überleben !

himmelhochjuckend – Stimmenrausch 2014-11-11 #2

Friedrich Schiller, zum 255sten; Théophile-Alexandre Steinlen, zum 155sten; Patrick Pearse, zum 135sten; Julius Franz Schütz, zum 125sten; Michail Timofejewitsch Kalaschnikow, zum 95sten; Hans-Jochen Tschiche, zum 85sten; Russell Means, zum 75sten; Charlotte Despard, 75ster Todestag; Barthel Schink, 70ster Todestag; Robert Kramer, 15ter Todestag; Robert Enke, 5ter Todestag (10. November)

“Verpfuschte Tage soll man vorüberschlafen.”

Friedrich Torberg, zum 35sten Todestag; z.n.w.
—-
Büro für Gute Worte – Abo pfeifer[at]stimmenrausch[dot]de

freudlos durchgetaumelt – Stimmenrausch 2014-11-11

Mezz Mezzrow, zum 115ten; Hedy Lamarr, zum 100sten; Robert Frank, zum 90sten; Carl Sagan, zum 80sten; Phil May, zum 70sten; Stieg Larsson, 10ter Todestag (9. November)

Denke ich an einen neuen Roman, denke ich wieder nur an Auschwitz.
aus: “Galeerentagebuch”, übersetzt von Kristin Schwamm, Berlin 1993

Wenn ich im Konzentrationslager überleben will, muss ich seiner Logik folgen. Diese willentliche oder nicht willentliche Kollaboration ist die größte Schande des Überlebenden, er kann sie nicht eingestehen. Der Schriftsteller kann es. Denn die Literatur besitzt eine besondere Aufrichtigkeit.
aus: Stuttgarter Zeitung, 14. Oktober 2006

Ich habe den Literaturnobelpreis nur bekommen, weil man die Literatur des Zeugentums preisen wollte. Man hat mich vorher nach Stockholm eingeladen, um eine Rede zu halten. Aber in Wahrheit wollte man wissen, ob ich eine akzeptable Figur abgebe oder ob ich mein Rührei mit den Händen esse. Man kann nicht viel dagegen tun. Man ist ohnmächtig diesen Mächten gegenüber.
im Gespräch mit Iris Radisch, in: Die Zeit, 21. September 2013

Imre Kertész, zum 85sten

gewaltmarsch

Verrückt, wer niederstürzt dann aufsteht, weitergeht,
und als wandelnder schmerz füß’ und knie bewegt
und trotzdem geht, als ob ihn flügel tragen,
und vergebens ruft der graben, – zu bleiben wagt er nicht,
und wenn du fragst: warum? erzählt er noch vielleicht,
daß ihn seine Frau erwartet und ein weisrer, schöner tod.
Verrückt, du herzensguter, weil dort anstatt des heims
seit langem schon versengter wind sich spielt,
die mauern eingestürzt, der zwetschkenbaum zerbrochen
und angsterfüllt, geschwollen die heimatliche nacht.
Oh, wenn ich glauben könnt, daß nicht bloß in meinem herz
all das, was zählt, verborgen und eine statt, wohin
zurück ich kommen kann ‘s noch gibt; wo, wie dereinst vorm haus,
des friedens bienen summen, während marmelade kühlt,
und des späten sommers stille sich sonnt auf den verträumten gärten,
die früchte in den kronen schaukeln nackt im wind,
und Fanni vor der roten hecke mit ihrem blonden schopf
und schatten malt bedächtig der träge nachmittag, –
und womöglich doch kein traum! so voll lacht heut der mond!
Mein freund, bleib stehn schreie mich an! und ich werd weitergehn!

Bor, 15. September 1944

Miklós Radnóti, zum 70sten Todestag; aus dem Ungarischen von Clemens Prinz

mit dem leben ist es nämlich wie mit dem sterben:
“menschen (also: wir), die sich weigern, den kampf zu beenden, –
sie gewinnen entweder oder sie sterben,
anstatt zu verlieren und zu sterben.”

Holger Meins, zum 40sten Todestag; aus seinem letzten Brief vom 31. Oktober 1974

bis jetzt !!!!!!!
—-
Büro für Gute Worte – Abo pfeifer[at]stimmenrausch[dot]de

dabei… – stimmenrausch beg. nov.

Blandine Ebinger, zum 115ten; Werner Henneberger, zum 110ten; Achille Bonito Oliva, zum 75sten; Willem Breuker, zum 70sten (4. November)
Enrique Schmidt, 30ster Todestag; Vladimir Horowitz, 25ster Todestag (5. November)
Brad Davis, zum 65sten; Margarete Buber-Neumann, 25ster Todestag (6. November)
Benny Andersen, zum 85sten; Hannah Szenes, 70ster Todestag (7. November)

“Die Kunst und die Wissenschaft suchen nicht nur keine Lenkung, sondern können von ihrem Wesen her keine dulden.”

Lew Trozki, zum 135sten; z.n.w.
—-
Büro für Gute Worte – Abo pfeifer[at]stimmenrausch[dot]de