to the demons

die braune Brut will wieder heim –
ich habe Angst vor Gewalt, so lange ich denken kann. Dämonen lauern nicht nur im eigenen Unbewussten, sie sind auch ganz real, wenn man durch diese Stadt (oder eine andere) geht. Wie unterscheiden, welche Bedrohung real und welche hausgemacht ist ? Wie nun also den Dämonen begegnen, sie gar umarmen und willkommen heißen ? Sich ihnen entgegenstellen ? Sie verjagen, sie auslachen ?

Man mag ihnen mit Epheser 6, 10-13 begegnen. Ein Zimmermann also. Doch ich schweife ab. Friede und Demokratie werden heute mehr als je um und um vermißt. Nein, ich will kein Crescendo schreiben. Ja, der Friede wohnt im HERRN. Strukturieren wir also unsere Gedanken.

– die Braunen
– die Drogen
– die Fanatiker
– die Politiker
– die Raubtiere

Tarnen und täuschen ist nicht nur ein bekanntes Motto der Bundeswehr, sondern auch von fünfgenannten meisterhaft beherrscht. Arbeiten wir uns also von hinten nach vorn.

Politiker sind heute nichts mehr als Politikdarsteller. Nein ich bin kein Globalisierungsgegner, aber mich dünkt, die wirkliche Macht haben heute multinationale Konzerne und nicht die Präsidenten.

Man will ihnen also das Sammeln verbieten. Obama schmiedet einen neuen Krieg. Putin greift nach neuen Gebieten. IS will den Gottesstaat. Und im Alltag fehlt das Nötigste, für die Mehrheit von uns. Ein Mittagessen. Sauberes Wasser. Sicherheit und Autonomie.

Ich bin gebranntes Kind. Nur legale Drogen.

Kein Wunder, dass sie von ‘inländerfreundlicher Politik’ reden. Offenbar wissen sie nur zu genau, wo sie fischen können. Werden die Wahlen an den Rändern oder in der Mitte entschieden ? Hat sich die Einteilung in Links und Rechts überholt ? Wir bleiben geduldig und helfen, wo es geht.

Die Dämonen jedoch, sie sind nicht nur im Kopf, sie sind auf der Straße. Mag sein, dass die im Kopf die Gefährlicheren sind. Bekämpfen wir sie mit Intelligenz, Phantasie und Kreativität. Die Faust in der Tasche hilft jedoch in manchen Situationen, wenn man dem Gegner gegenübersteht und machtlos ist.

Wir lernen dazu, jeden Tag. Und das Vertrauen mag verschüttet sein, graben wir es aus.

kettenrasselnd – Stimmenrausch 2014-09-14

Clara Schumann, zum 195sten; Arnold Schönberg, zum 140sten; John Boynton Priestley, zum 120sten; Julian Tuwim, zum 120sten; Anton Levien Constandse, zum 115ten; Burghart Klaußner, zum 65sten; (13. September)

“Ende der Zwanziger habe ich von unserem Balkon in der Alserstraße die ersten Aufmärsche der Braunhemden und Weißhemden gesehen. Die haben mich mehr beeindruckt als später. Da war eine Urkraft da, ein Fanatismus, gerade weil sie noch nicht so organisiert waren. Sie brüllten: “Juda verrecke, Deutschland erwache!” Ich war auf einer großbürgerlichen Schule, aber in meiner Klasse war bestimmt die Hälfte in der Hitlerjugend.”

“…und aus den Seitenstraßen stießen dann weißbestrumpfte illegale Nazis und sangen in Sprechchören “Volksabstimmung abgesagt, Volksabstimmung abgesagt”. Das geplante Referendum über die Unabhängigkeit fiel aus, der Anschluss ans Deutsche Reich wurde einfach vollzogen. Im Radio lief zum letzten Mal die heimische Bundeshymne, nach zehn Sekunden folgte, in einem schnelleren Marschtempo, das Deutschlandlied. Österreich war zu Ende. Zu Hause saß die Familie ums Radio, Vater, Mutter, zwei Tanten. Das ganze Wochenende hörten wir die Einzelheiten zum Einmarsch. Um 7.15 Uhr am Montag erschien ein Hilfspolizist mit einer SA-Binde und führte meinen Vater weg.”

George Weidenfeld, zum 95sten; aus einen Interview mit Spiegel Online vom 11. September 2009
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2014-09-13[perhaps structure]

soeben herrndorf gelesen. mittelmäßig getriggert.

some maybe medi-structured thoughts:

1. private
beer on a regular basis. today/tomorrow eggs. perspective in the next months: two possible jobs.

2. work
boredom. some comp&print-work. reliable.

3. official
next judge-meeting in spring 016. rf once a month. doc 6/year.

4. public
bus&supermarket. net-stuff. yin&yang-shoes. exposed to hate and defiance. wwjd, wwmd….. and then the flashes…..

5. secret
suicide blues is like masturbation (leaving trains, sleeping underwater survivor) the butterfly and the knife. no gel. hair. shoes. to be found between the lines. taking the fucking meds.
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that was that. music&tv. smoke. hope. trains&bikes. moe tucker. neapolitan mastiff. no weapons, no drugs. dead mice. the truth. stumble&stutter. the good book. people. writing. work&traces. sf. school. just thoughts…….

macht die pflicht zur kür – Stimmenrausch 2014-09-13

Johann Bernhard Basedow, zum 290sten; Jacob Bernays, zum 190sten; Gert Heinrich Wollheim, zum 120sten; Rudolf Vrba, zum 90sten; Greta Klingsberg, zum 85sten; Juan Almeida, 5ter Todestag; Jim Carroll, 5ter Todestag (11. September)
Frans Drion, zum 140sten; Amílcar Cabral, zum 90sten; Leonard Peltier, zum 70sten; Fustel de Coulanges, 125ster Todestag; Hans Bernoulli, 55ster Todestag; Todestag von Erich Loest und auch Otto Sander (12. September)

“Dichtung ist eine besondere Ekstase.”
“Eine Seele ohne Zwang ist auch ohne Laster.”

z.n.w.

Schmerzen wühlen
Schmerzen, seliges Sichlegen ins Grab –
In Erde all:
Schwanken der Seele zur Höhe –

Die Lüfte sind müde
Schwer vom Fremden,
Vögel darin,
Schwarze Vögel mit harten, bohrenden Seelen
Dunkelrunden Augen,
Blankem bereitem Schnabel.
Schwarzer Scharen fliegendes Fragen,
Zusammenrufen
Dunkelbeutefroher Ruf.

aus: “Weltschwellendes Lied”

Nacht

Dunkel
Vor Gefunkel.
Ihr loses Haar.
So müde
So Friede
Und wunder- wunderklar.

Peter Hille, zum 160sten
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some info

http://evkb.de/ueber-das-evkb/kliniken-institute-zentren/nervensystem/psychiatrie-und-psychotherapie/startseite-klinik-fuer-psychiatrie-und-psychotherapie.html

http://www.klinikum-herford.de/kliniken/klinik-für-psychiatrie-psychotherapie-und-psychosomatik/willkommen/

http://www.fuellenbruch-betrieb.de/lh/werkstaetten/isr.php

http://neuesforumenger.de/Neues_Forum_Enger

http://forum-bielefeld.com/wir.html

http://www.ex-in-owl.de/

http://serverproject.de/exin/

http://www.jha.de/jha/layout_jha/layout_jha_div.html

http://www.schmidt-dach.de/kontakt.htm

http://bfw-hamburg.de/bfw-hamburg/ueber-uns/netzwerk/

http://www.dieklinke-herford.de/html/ambulante_hilfen.html

https://plus.google.com/113994980493917916787/about

und keine eile – Stimmenrausch 2014-09-12

Friderika Baldinger, zum 275sten; Iwan Kotljarewskyj, zum 265sten; Svend Grundtvig, zum 190sten; Louis Rossel, zum 170sten; Brassaï, zum 115ten; Miroslav Kárný, zum 95sten; Jalal Al-e Ahmad, 45ster Todestag; Lily Hildebrandt, 40ster Todestag; Yilmaz Güney, 30ster Todestag; Meta Merz, 25ster Todestag (9. September)
Charles Sanders Peirce, zum 175sten; Oleksandr Dowschenko, zum 120sten; Émilie du Châtelet, 265ste Todestag; Georges de Beauregard, 30ster Todestag; Max Morlock, 20ster Todestag (10. September)

WIE ENTSTEHT EIN GEDICHT?

Der Dichter Peter Rühmkorf,
nachdem er sich ein Ziel aufgebaut hat,
nimmt einige Meter davor Aufstellung
und läuft hindurch: Applaus.

Gleich stellt er sich wieder auf, kommt
zurück, zerreißt das neu gespannte
Zielband, kehrt jubelnd um.

Auf dem Wege zum Parkplatz hören wir wieder
das Klatschen des Publikums im Stadion.

Reinhard Lettau, zum 85sten
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Das Auftauchen an einem anderen Ort – Stimmenrausch 2014-09-09

Moses Mendelssohn, zum 285sten; Bruno Bauer, zum 205ten; Luise Nordmann aka Harfenjule, zum 185sten; Felix Salten, zum 145sten; Max Schreck, zum 135sten; Carl Grossberg, zum 120sten; Emídio Guerreiro, zum 115ten; Trudi Gerster, zum 95sten; Cyrus Atabay, zum 85sten; Brigid Berlin, zum 75sten;
Klaus Eschen, zum 75sten; Arthur Friedenreich, 45ster Todestag; Erwin Scharf, 20ster Todestag (6. September)
Ludwig Kalisch, zum 200sten; Gala Éluard Dalí, zum 120sten; Michael Guttenbrunner, zum 95sten; Liam O’Flaherty, 30ster Todestag (7. September)
Eduard Mörike, zum 210ten; Alan Dundes, zum 70sten; Alexandra David-Néel, 45ster Todestag; Jean Seberg, 35ster Todestag; Moondog, 15ter Todestag
(8. September)

Doch sicher ist’s zugleich, daß stark und fest
Mit angeborner Heitre er behauptet
Die Festung unbesiegt, daß freudig stark
Der wonnereichen Mus er stets gefolgt.
Denn kein versteckter Pfad, der zu den Schatten
Gepriesner Haine des Parnassus führt,
Blieb unentdeckt von ihm. Kein Bach war dort,
Entsprungen aus dem Quell der Hippocrene,
Dem er nicht nachgespürt bis zu dem Sprudel

Levin Schücking, zum 200sten; aus dem Gedicht “Ein grabloses Epitaphium”

“Wer sich zum Forscher ausbilden will, muß die Originalwerke der Reisenden studiren; so gründlich, daß er nicht nur zwischen den Zeilen zu lesen, sondern die selbst da nicht zum Ausdruck gebrachten Gedanken zu errathen vermag. Er muß den Pfaden der Pfadfinder folgen; auf jede Fußspur, auf jeden geknickten Zweig, auf jedes gefallene Blatt muß er achten.”

August Kekulé, zum 185sten; z.n.w.

“…das Geheimnis der Welt ist nicht hinter den Objekten, sondern hinter den Subjekten zu suchen.”

Jakob Johann von Uexküll, zum 150sten; z.n.w.

“Wenn ich nämlich nichts Neues mehr finde, hör ich sowieso auf. Das ist einmal sicher… Und schreiben möchte ich auch können.”

Maria Lassnig, zum 95sten; aus einem Interview (2000)

“Der Herzschlag symbolisiert unsere Unruhe, die Zerbrechlichkeit, er ist gleichzeitig Selbstporträt und Spiegel unserer Endlichkeit.”

Christian Boltanski, zum 70sten; z.n.w.

“Vom Schlaf zum Tode ist ein kleiner Weg.”

Ludovico Ariosto, zum 540sten; z.n.w.
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lauter heimspiel – Stimmenrausch 2014-09-06

Anton Bruckner, zum 190sten; Gualtiero Jacopetti, zum 95sten; Joan Aiken, zum 90sten; Karl Markus Michel, zum 85sten; Hans-Jürgen Steinmann, zum 85sten; Jan Svankmajer, zum 80sten; Werner Bergengruen, 50ster Todestag; Georges Simenon, 25ster Todestag; Richard Hey, 10ter Todestag (4. September)
Urban Gwerder, zum 70sten (5. September)

“Die Pfaffen mit ihren verschiedenen Trachten und Kutten, die Bischöfe und Äbte mit ihren Spitzkappen, goldenen Rauchmänteln und Krummstäben kommen mir vor, als ragten sie von einer ausgestorbenen Tierwelt in die Gegenwart, auf die sie kein Recht mehr haben sollen.”

Adolf Pichler, zum 195sten; zit. n. wiki.

Ein halbes Jahrhundert
War die Poesie
Ein Paradies für feierliche Trottel.
Dann bin ich gekommen
Mit meiner Achterbahn.
Steigen Sie ein,
wenn Sie Lust haben.
Allerdings: ich hafte nicht, wenn Sie am Ende
Aus Mund und Nase bluten.

Nicanor Parra, zum 100sten; z.n.w.

nicht jede glosse spielt in triple a.
nicht alle blühenden landschaften werden von bonn oder berlin aus gewässert.
und wer in unserer republik erinnert denn laborschule & oberstufenkolleg?
das forum wird vierzig und wir bräuchten nicht John Peel zu bemühen…
weil wir wissen es selbst, das war der aufregendste live club, und der entwickelt
weiterhin seine besten kräfte, vorneoben mitzurudern. stimmenrausch gratuliert!

800 Jahre Bielefeld
40 Jahre Forum
15 Jahre Forum Bielefeld
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bis der vorhang reißt – Stimmenrausch 2014-09-03

Roger Casement, zum 150sten; (1. September)
Hans Jæger, zum 160sten; Bryher, zum 120sten; Harro Schulze-Boysen, zum 105ten; Peter von Oertzen, zum 90sten; Hal Ashby, zum 85sten; Jack Lang, zum 75sten; Tilman Zülch, zum 75sten; Frank Ripploh, zum 65sten; Paul Leni, 85ster Todestag; Ho Chí Minh, 45ster Todestag; (2. September)
Jean Jaurès, zum 155sten; Vivi Bach, zum 75sten; Jan Zábrana, 30ster Todestag; (3. September)

Ich habe in so vielen verschiedenen Leben gelebt und weiß, daß jedes so aussieht, als wäre es das scheinbar richtige.

Gottfried John; aus “Bekenntnisse eines Unerzogenen”, Berlin 2000

Gebe Gott uns allen, uns Trinkern, einen so leichten und so schönen Tod!

Joseph Roth, zum 120sten; aus: “Die Legende vom heiligen Trinker”, Amsterdam 1939

“Reue ist Verstand, der zu spät kommt.”

Ernst von Feuchtersleben, zum 165sten Todestag; z.n.w.
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