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Wohnen
Arbeit
Fortbildung / Experienced Involvement
Arzt
Betreuer
Familie
Drogen und Alkohol
Finanzen
Liebesleben
Hygiene
Kleidung
Ernährung
Aggressivität
Glaube
Planung

Wohnen

Die betreute Wohnform zerrt an den Nerven. Eine Gratwanderung zwischen dem Rückzug ins Private und Gemeinschaftsaktivitäten inklusive Betreuungsterminen (Mahlzeiten, Einkäufe) muss gefunden werden. Seit dem 15.3. 2011 werde ich durch Mitarbeiter der Klinke gGmbH betreut. Die Mitarbeiter geben sich große Mühe, sind allerdings Zwangszuhörer. Zur Zeit fallen auf dem Papier 6,5 Fachleistungsstunden Betreuung und 1,5 Stunden Haushaltspflege an. Dies wird in der Realität nicht erreicht. Durch die Arbeit im ISR bin ich oft froh, einfach meine Ruhe zu haben. Einmal wöchentlich findet eine Mahlzeit statt, es gibt einen weiteren optionalen Termin. Hier kommen wir auf zwei Stunden. Sporadisch nehme ich an der Einkaufsgruppe teil, im Alltag werden die Einkäufe jedoch in der Mehrzahl autonom erledigt. Es werden also 3 Stunden Betreuung wöchentlich verzeichnet.

Zu ergreifende Schritte : Die Planung per ISBR kann wie verzeichnet vorgenommen werden. Die Betreuung kann weiter rückgebaut werden. Es wird großer Wert auf die Freiwilligkeit der Aktivitäten gelegt. Im Frühjahr können eventuell wöchentliche Sporttermine aufgenommen werden.

Arbeit

Seit dem 13.5. 2013 leiste ich eine Vollzeittätigkeit. Im letzten Quartal (Okt. – Dez. 2013) ist ein unentschuldigter Fehltag angefallen. Manchmal lässt die Pünktlichkeit zu wünschen übrig. Inhaltlich stellt die Arbeit eine Unterforderung dar. Dass die Pausen frei einteilbar sind, wird allerdings positiv verzeichnet. Das Aufstehen und der Arbeitsweg (Wachwerden, Zigarette, Kaffee, (ggf. Bad), Start zum Bus / Fahrrad) ist weitgehend automatisiert und wird nicht täglich neu in Frage gestellt. Gegenüber der Tätigkeit für Audioservice bei Hrn. Jung ist ein geringfügig gestiegener Komplexitätsgrad der Arbeit anzumerken. Es ist Raum für zeitweise reflektive Einheiten. Gelegentlich muss im Teamwork / Arbeitsteilung gearbeitet werden, die diesbezogene Kommunikation klappt gut. Zwischendurch bin ich manchmal von Unruhe geplagt, dann verlasse ich den Arbeitsplatz zum Rauchen oder suche Gesprächspartner.

Fortbildung / Experienced Involvement

3 von zwölf Modulen sind absolviert. Die Arbeit am Portfolio und der Präsentation ist aufgenommen worden. Ende Januar findet das erste Schnupperpraktikum in der Kontaktstelle West / Lebensräume statt. Die Finanzierung liegt zur Bearbeitung in der Rechtsabteilung des LWL. Ein Förderverein ist bis auf einen Eigenanteil in Vorleistung gegangen (50,00/150,00/Modul). Die Fortbildung, die größtenteils in Gruppenarbeit stattfindet, wird als ausgesprochen hoffnungsverbreitend wahrgenommen. Das Zentrum der Ausbildung stellt das sog. Plenum dar, die Gesamtheit der 24 (22) Teilnehmer und 3 Trainer. Das Sprechen vor dieser Gruppe wird noch trainiert. Das zweite, 80-stündige Praktikum soll, falls möglich, in einer Akutklinik absolviert werden. Ob sich eine berufliche Perspektive öffnet, kann noch nicht abschließend mit Bescheid belegt werden. Eine Stelle als ‘Genesungsbegleiter’ wird möglicherweise angestrebt.

Arzt

Es finden 6 Termine jährlich statt. Die Medikation (Zyprexa 10-0-15-0, Fluanxol 12-0-12-0) wird wie vereinbart unter strengster Disziplin eingenommen. Die geplante Reduktion im Oktober 2014 wird allerdings kritisch gesehen. Das Verhältnis ist von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Die Blut- und Leberwerte sind in Ordnung.

Betreuer

Das Büro Ferrara arbeitet in höchstem Maße professionell. Es gibt nichts kritisches anzumerken. Die Hauptkoordination findet in monatlichen Abständen statt.

Familie

Das Verhältnis zu den Eltern ist wegen eines starken Erwartungsdruckes schwierig. Allerdings wurde der Bruder als Vertrauensperson im Krisenplan eingesetzt.

Drogen und Alkohol

Der letzte Cannabiskonsum fand im Sommer 2012 statt. Harter Alkohol wird i.d.R. nicht konsumiert. Der Umgang mit dem Feierabendbier ist eventuell etwas zu lax. Es wird Bier aus Bremen konsumiert, allerdings nicht mehr bis zum Pupillenstillstand sondern in Maßen.

Finanzen

Das Jahr 2013 oblag strenger Beobachtung und Buchführung. Es wurde mit einer schwarzen Null abgeschlossen.

Liebesleben

An dieser Stelle gibt es wenig bis keine Hoffnung zu verzeichnen.

Hygiene

Eventuell unterdurchschnittlich. Rasieren und Duschen regelmäßig.

Kleidung

Ist vorhanden.

Ernährung

Zuviel Coffein und ansonsten eventuell einseitig. Regelmäßige Mittagsmahlzeit auf Arbeit.

Aggressivität

Verbale Aggressivität und laute Fluchausbrüche sind seltener geworden, allerdings bricht sich der Frust doch von Zeit zu Zeit Bahn. Damit jedoch keine Unschuldigen darunter leiden müssen, finden diese Momente beim Alleinsein statt. Sport könnte an dieser Stelle helfen.
Glaube

Buddhistischer Freidenker mit christlichen Wurzeln.

Ich glaube weder an ein Leben nach dem Tode noch an einen liebenden Vatergott. Jesus mag eine zentrale Figur in der abendländischen Geschichte gewesen sein, Verträge kann man mit ihm allerdings keine schließen. Zwar besuche ich mehr oder weniger regelmäßig einen christlichen Hauskreis und bete auch manchmal, denke allerdings an Jesus weder als meinen Herrn noch als jemand Lebendigen. Dass ich jedoch christliche Wurzeln habe, lässt sich nicht verleugnen.

Frieden zu schließen ist mir bislang nicht gelungen.

Die satirische Monatspublikation ‘Titanic’ empfinde ich als ausgesprochen hoffnungsverbreitend, auch wenn sie mich nur sporadisch zum Lachen bringt.

Jahwe heißt ‘Ich bin’. Schließlich gilt es zu vermerken, dass ich den Tod als eine Art Befreiung empfinden würde.

Planung

Die Arbeit muss zur restlosen Selbstverständlichkeit werden. Hierbei kann es behilflich sein, sich eine Situation ohne Arbeit vorzustellen und die beiden Zustände im Geiste zu vergleichen. Eine 5-jährige Arbeitslosigkeit gehört zu meinem Erfahrungsschatz, da sollte es nicht schwer fallen, für die Arbeitsstelle dankbar zu sein oder sie mindestens ansatzweise zu schätzen zu wissen. Die Betreuung kann weiter rückgebaut werden. Ab März können allerdings regelmäßige Lauftreffen wieder ins Programm aufgenommen werden. Eventuell sollte versucht werden, eine mittelfristige bis längere Periode (ein bis zwei Monate oder das ganze Jahr) ohne Alkohol zu verbringen. Zumal in my humble opinion Alkoholkonsum gefährlicher ist als Cannabiskonsum. Wenn man allerdings sowieso schon ein gebranntes Kind ist, könnte eine gewisse Periode ohne Rauschmittel eine wertvolle neue Erfahrung werden. Kaffee als psychotrope Substanz lassen wir an dieser Stelle einmal unbedacht.

Die Experienced-Involvement-Fortbildung inklusiver zweier Praktika wird erfolgreich mit einem Zertifikat abgeschlossen. Danach kann ich über weitere Veränderungen nachdenken.

Bei weiterer Stabilität sollte die Medikation im Oktober 2014 auf

Zyprexa (Olanzapin) 10-0-10-0
Fluanxol 10-0-10-0

reduziert werden.

Ich habe keine Angst vor der Angst und lebe trotz vermerkten Gedanken im vorherigen Absatz gern.

new one

Sternzeit 1292,5

Das neue Sternenjahr hatte begonnen. Es wartete eine Menge Arbeit auf unsere Freunde im Windmühlenraumschiff. Das Interieur der Dark Shadow benötigte Pflege, Aufmerksamkeit und eine gründliche Überarbeitung. Also fingen sie beim Cockpit an, arbeiteten sich über die Lounge zum Delphinbassin vor und reinigten ihr Zu Hause von den unvermeidlichen Gebrauchsspuren. Auch im Erdgeschoss gab es etwas zu tun. Die Lebensmittelvorräte unterzogen sie einer gründlichen Inventur. Der Transporter erfuhr seinen jährlichen Funktionscheck. Das Kommunikations- und Informationssystem des Grizzly wurde upgedated. Der Delphin funkte die Fortschritte zur Mondbasis, auf der die Meilensteine der Mission festgehalten wurden. Als sie soweit waren, kochte der Octopus einen Kaffee. ‘Freunde der Nacht’, hob er zu einer Dankesrede an. Er hielt sich kurz. ‘Seit nunmehr mehreren Wochen sind wir gemeinsam im All unterwegs. Ein Jeder hat seine Aufgabe gewissenhaft erledigt, sonst ständen wir nicht hier. Lasst Euch danken, aber wir können es uns nicht leisten, zu feiern, darum gibt es heute leider keine coolen Drinks sondern nur einen Kaffee. Haut rein !’

Bernie hatte sich zurückgezogen. Nicht wegen des neuen Sternenjahres, er hielt sowieso nichts von diesem Quatsch, er wollte sich nur eben erden, indem er Kontakt zu seinem Bauch aufnahm. Der schwieg. Das nahm er als gutes Zeichen und haute sich eine Pizza in den Ofen. Da war ja einiges passiert. Er vermisste seine Tigerkäfig doch ein wenig, aber nicht genug, um nicht für die neue Aufgabe dankbar zu sein. Schliesslich schloss er sich noch mit dem Grizzly kurz, um ihm einmal einen Einblick in sein tierisches Bewusstsein zu geben. Hoffentlich würde der nicht durcheinandergeraten. Im Logbuch wurde vermerkt, dass sie sich jetzt seit mehreren Tagen im Orbit von Alpha Centauri befanden und das System genauer erforschen wollten. Der Ameisenbär sorgte sich etwas um den Delphin, der fand das allerdings ganz unnötig und war wieder guter Dinge. Auf die nächste Mission würden sie den Grizzly mitnehmen. Alle waren müde.

2013

2013 in 11 months average

in

546,90 ueg
232,69 pension
52,00 wg
—-
831,59

out

fix
347,50 rent
39,00 electricity
42,57 phone/dsl
3,69 incidentials
10,70 bank account
9,92 insurance
14,64 provider
—-
468,02

var
80,59 food
115,25 tobacco and papers
32,56 beer
30,30 essentials
38,43 nonsense
—-
297,13

out over all
765,15
—-
reality : a black zero

Mission X

Sternzeit 1291,1

Das Aussenteam, das aus der Giraffe, der Spinne, der Fledermaus und der Schildkröte bestand, hatte den Transporter startklar gemacht und war auf dem Weg. Da es sich um einen unbekannten Planeten der Klasse X handelte, brauchten sie ihre Raumanzüge, denn animalische Lebensbedingungen herrschten voraussichtlich nicht. Nach 2 1/2 Stunden Flug setzte der Transporter auf dem Granitboden auf. Die Dark Shadow war im Orbit von Alpha Centauri geblieben. Die Schildkröte verliess als erstes den Transporter und wäre fast auf die Klappe gegangen. Als alle vier den Planetenboden betreten hatten, orientierten sie sich als erstes optisch. Es gab weder Wald noch Wasser. Sie tauften den Planeten Hugo X, X wegen der unbekannten Planetenklasse. Also sammelten sie Gesteinsproben. Eine Flagge zu hinterlassen hielten sie für Schwachsinn. Der Sauerstoffvorrat war für eine kurze Mission berechnet worden also machten sie sich auf den Rückweg. Zischend und pfeifend erhob sich der Transporter und machte sich auf den Rückweg zum Mutterschiff. Über Komm-intern berichteten sie dem Octopus bereits über die Ergebnisse. Eine genauere Analyse würde später folgen. Als der Transporter ans Windmühlenraumschiff angedockt hatte, kletterte das Aussenteam langsam durch den Transitschacht. Der Ameisenbär begrüßte sie und sie hatten wirklich den Eindruck, dass alle sich freuten, wieder beisammen zu sein. Nun war es Zeit für Kekse. Als sie alle Ergebnisse schriftlich festgehalten hatten, versammelten sie sich ums Delphinbecken und aßen die Kekse, die die Maulwurfine gebacken hatte. Der Delphin lächelte schon wieder, also hatten ihm die nächtlichen Gespräche offensichtlich gutgetan. Der Frosch ging eine rauchen und nahm Kontakt zum Mondposten auf. Das Fahrzeug hatte sich nicht weiter bewegt. Also gingen alle schlafen. Bald würde ein neues Sternjahr anbrechen.

learning how to learn

Sternzeit 1290,4

Während des unkalkulierbaren Einflusses des schwarzen Loches hatten wir also unserem Grizzly beigebracht, wie man mit einem Bodum Kaffee kocht. Das war keine triviale Aufgabe gewesen, musste er doch erst lernen, wie man lernt. Wir hatten ihm Geschichten erzählt, gewiss, aber die mussten auch irgendwann in einen Algorithmus münden. Also dachten wir in etwa so :

– beschreibe das Problem so genau wie möglich
– zerlege das Probleme in kleinere Teilschritte
– finde heraus, wie man von einem Schritt zum nächsten gelangt.
– führe eine weitere Abstraktionsebene ein
– beschreibe die zu erfolgenden Lernschritte so genau wie möglich
– beginne mit dem ersten Schritt
– lasse die zu absolvierenden Lernebenen aufeinander aufbauen

Diese Methode war vielleicht nicht für schwerwiegende Transformationsaufgaben tauglich, beim Kaffeekochen jedoch hatten wir Erfolg gehabt. Lediglich Milch oder Zucker mussten wir noch selbst beisteuern. Da wir ja nun von Günther befreit waren, konnte also auch Bernie seinen schwarzen Kaffee wieder geniessen. Lediglich die Maulwurfine bereitete ihm doch erhebliches Kopfzerbrechen, war sie doch etwas abweisend geworden und unterhielt sich gern nächtelang mit dem Delphin. Das war gewiss eine wichtige Aufgabe, war doch sein Liebeskummer wieder durchgeklungen, aber Bernie dachte doch, sie müssten sich gegenseitig feedbacken. Also klinkte er sich heute Nacht einfach in das Gespräch ein. Die Dreierkombination machte es nicht einfacher. Im Morgengrauen hatten sie allerdings so lange gerungen, dass sie sich alle mit dem gebildeten Konsens zufriedengeben konnten. Für morgen Nacht würde die Maulwurfine ein weiteres Mal Kekse backen, und sie würden eine gemeinsame Botschaft in die Heimat absenden, um den Delphinkontakt nicht abbrechen zu lassen. Als die Fledermaus also am nächsten Morgen ihren Weckdienst versah, sah sie im Logbucheintrag den Wunsch der Dreiergruppe, nicht geweckt zu werden. Damit würde der Octopus sicher einverstanden sein, gab es doch auch soetwas wie psychosoziale Seelsorgeebenen. Wie gut, dass sie bald den ersten Planeten des Systems besuchen würden. Das würde auch etwas Abwechslung in die Mission bringen. Von Klasse-M konnte allerdings nicht die Rede sein. Die Mannschaft machte den Trabant-Transporter für morgen startklar. Die Motivation, das Vertrauen und die Sicherheit wuchsen von Tag zu Tag. Zudem wurde alles dokumentiert, das ging ihnen schon fast ein wenig auf den Senkel, der Octopus hatte sich allerdings mit dem Ameisenbär auf diese Vorgehensweise geeinigt und folgllich vertraten sie ihre Position nachvollziehbarerweise im Plenum. Sie waren Pioniere, das sahen alle so. Logmodus-off.

[black hole/black coffee]

Seit zwei Tagen befanden wir uns im Orbit von Alpha Centauri. Wir waren eine bunte Mischung. Bernie kochte einen Kaffee für alle. Der innere Schweinehund Günther lag tot am Boden. Wir erzählten und Geschichten, malten, lachten, aßen, tranken und tanzten. Wir waren wie befreit, weil alle destruktiven Persönlichkeitsanteile zusammen mit Günther gestorben waren. Nun waren wir frei, das zu sein was wir schon immer waren oder sein wollten, Mitglieder der Spezies ‘homo animalis’. Ein Glück war genug Kaffee da, wir erzählten unserer künstlichen Intelligenz den gesamten Produktionsprozess, angefangen von der Ernte der Kaffeebohnen, dem Rohstoffhandel, dem Transportprozess bis zum Gebrauch des Bodums. Bernie sprach sich dafür aus, künftig Trans-Fair-Kaffee zu benutzen.

Alpha Centauri

Sternzeit 1288,7

Der Octopus hatte sich einen Tee gekocht. Nicht mit Zackenplankton, einen einfachen indischen Tee. Unglücklicherweise war der Wasserkocher irgendwie mit dem Warpantrieb gekoppelt worden, das hieß für unsere 13 Freunde, dass sie sich unvermittelt in einem neuen Sonnensystem wiederfanden, auch wenn das grob geschätzt viereinhalb Lichtjahre entfernt war. Die Sonne hieß Alpha Centauri und sie würden einige Zeit brauchen, um die Planeten auf einen Klasse-M-Planeten zu untersuchen.

Günther: Alles Scheisse.
Giraffe: Kein Wald in Sicht.
Frosch: Mmmmh, endlich springen, mit allen vier Beinen.
Mücke: Vielleicht gibt es Humanoide, die menschliches Blut in sich tragen.
Ameisenbär: Merry Christmas and a happy new year.
Grizzly: Ich bin ja soo depressiv. Wie heisst dieses Gefühl ? Vielleicht Aachen ?
Delphin: Wo ist meine Freundin ?
Octopus: Dreh lauter.
Fledermaus: Hoffentlich beisst Ozzy Osbourne mir nicht den Kopf ab.
Maulwurfine: Lecker Kekse. Weisst du es auch nicht ? Das beruhigt mich ungemein.
Schildkröte: Wie war das im Mittelteil ?
Spinne: Wo ist mein Netz ? Grizzly, hilf mir !
Bernie: Lasst uns Sonnensegeln.

Plötzlich gab es Kaffee. Der Frosch rauchte eine. Die Maulwurfine ging mit dem Delphin vor die Tür, einige Alltagsprobleme abzukaspern, zum Beispiel, würde sie den Delphinfunk mitbenutzen dürfen. Die Dark Shadow befand sich im Orbit von Alpha Centauri und würde eine Weile dort bleiben. Eventuell ein ganzes Jahr lang. Okay, heute war Bernie mit Logbuch dran. Er schrieb einen Gruss an die Heimat, den Planeten Erde, der von Millionen oder Milliarden Tieren bevölkert wurde, nicht nur von…. Patienten. Kamera in Mondstation: Zoom auf das Fahrzeug. Für die Menschen war all das komplett unbedeutend, leider. Cu soon. Schlaf. Außerdem pflanzten sie Tabak an.

Kurs gesetzt

Sternzeit 1287,3

So ging die Zeit ins Land. Wir hatten den Kurs gemäß den Angaben des Octopus gesetzt. Die Dark Shadow sah vielleicht aus wie eine Windmühle aus dem Mittelalter, war jedoch ein voll funktionstüchtiges Raumschiff. Die Fledermaus und die Spinne hatten heute morgen eine Idee gehabt. Wir würden dem Grizzly Geschichten vorlesen, damit er Selbsterkenntnis gewann. Der Ameisenbär hatte ja bereits damit begonnen. Bernie und die Maulwurfine waren heute morgen etwas länger in ihren Kojen geblieben. Als sie zu uns stießen, wunderten sie sich doch sehr, dass die Giraffe ein Märchen vorlas. Aber dann fanden sie die Idee so gut, dass wir dem Grizzly die Entscheidung, was er als nächstes hören wollte, selbst überlassen wollten. Seltsamerweise wollte er etwas aus dem Galaterbrief hören. Wer hatte jemals etwas von einem gläubigen Computer gehört ? Inzwischen nahmen wir Kurs auf Alpha Centauri, den wir passieren mussten, bevor wir in die Nähe unseres Zielquadranten gelangten. Zur Zerstreuung legte der Octopus etwas Musik auf, überließ die Steuerung dem Grizzly und gab uns heute abend frei. Von der Mondbasis kamen Neuigkeiten. Das Mondfahrzeug inspizierte inzwischen unseren Außenposten. Wie gut, dass wir keinerlei böse Absichten hegten und das auch kommunizieren konnten. Wir wollten als Forscher betrachtet werden und machten das so den Amerikanern auch klar. Inzwischen hatten wir alle wieder unsere eigenen Schuhe an, das nur am Rande. Die Maulwurfine hatte Kekse für alle gebacken. Und so saßen wir bei leiser Hintergrund den ganzen Abend beisammen, erzählten dem Grizzly von unserer Reise zum Herrn der Gezeiten, ja wir lasen ihm sogar aus dem Logbuch vor und gingen gut gelaunt ins Bett. Wir trauten dem Grizzly einiges zu. Wir hatten ihm Vertrauen beigebracht.

Die Stunde des Grizzly

Sternzeit 1286,8

Der Aussenposten war errichtet und die Verbindung stand. Der Octopus würde uns erneut durchstarten lassen. Jeder war auf seinem Posten und sie waren bereit. Der Octopus fragte den Grizzly : ‘Alles startklar ?’ Der Grizzly gab grünes Licht. ‘Engines on.’ sagte der Octopus. Ruckelnd erwachte die Dark Shadow zum Leben. Der Octopus setzte den Kurs auf Quadrant 95-5. Die Dark Shadow erhob sich in den Orbit des Mondes. Wir hatten dem Grizzly eine Menge Verantwortung zugemutet. Nicht nur, dass er den Kurs auf den nächsten Quadranten mit einer Sonne berechnet hatte, er hielt auch die Verbindung zum Mondposten. Lediglich der Delphin unterhielt sich auf seine ureigenste Weise mit seinen zu-Hause-gebliebenen Kollegen. ‘In meinem Inneren ist es schwarz. Wer bin ich ?’ fragte der Grizzly. Der Ameisenbär verdeutlichte ihm, dass wir auf einer paramilitärischen Tournee waren und keine Zeit für Philosophie hatten. Wenn wir uns allerdings weiterhin der Dienste des Grizzly bedienen wollten, mussten wir auf seine Fragen eingehen. ‘Du bist etwas durcheinander. Du hast Emotionen entwickelt.’ versuchte es die Giraffe. ‘Emo-was ?’ Der Kurs war gesetzt. ‘Setz dich. Ich erkläre dir schwarz.’ sagte der Ameisenbär. Mit Hilfe einer Bibel und dem unendlichen Weltraum würde der Ameisenbär versuchen, den Grizzly aufzuklären. Kein Wunder, dass ein so großer Entwicklungsschritt mit einigen Fragen verbunden war. Die Maulwurfine rief uns derweil zum Essen. Sie hatte ein gar wundervolles Chili con Carne vorbereitet. Auch als der Frosch bereits den Logbucheintrag vorgenommen hatte und wir in unsere Kojen gekrochen waren, saßen der Ameisenbär und der Grizzly noch in tiefgründige Gespräche verwickelt am Rande des Delphinbassins. Welch eine Aufgabe. Der Delphin würde helfen. Eine lange Nacht lag vor den dreien. Morgen würden sie weitersehen.