dangerous effects / work paper october 2013

startime 1009,3

why does everybody rip everybody else off ? yes, I have a drug past and yes I still drink beer from time to time. but not on a sunday at 8 a.m. Bernie the rat went back to bed. there he could hang along and make up some philosophical questions. he was not an esoteric guy but a mixture between communist and anarchist. his job in the agency was quite boring.
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‘master, show me how to walk a peaceful path.’, he thought by himself. lets fire up some dub music !
….
weekend, clean, sober
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work paper october 2013 as following:
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Arbeit
Wohnen
Betreuung (gesetzlich)
Arzt
Familie
Experienced Involvement
Finanzen
Ausblick

Arbeit

Seit April 2013 arbeite ich Vollzeit. Am 13.05. 2013 bin ich in die Werbeabteilung der Firma gewechselt und werde dort auch bleiben, der Wechsel ist inzwischen auch offiziell vollzogen. Im Januar könnte ein Praktikum im Elektrobereich folgen, aber langfristig möchte ich im Werbeservice arbeiten. Die einzelnen Arbeiten sind manchmal etwas monoton. Über eine ganze Woche gesehen ist es aber deutlich abwechslungsreicher und komplexer als im Eingangsbereich, wo lediglich Montagearbeiten für die Firma Audioservice durchgeführt werden mussten. Inhaltlich fallen unterschiedliche Arbeiten an.

Adresserfassung Kronkorkenaktion Herforder Pils am Computer
Mailings falzen, eintüten, Adressaufkleber, Frankierung
Musterherstellung und Versand
Drucker- und Scanarbeiten
manuelle Nachbearbeitung von Artikeln
wechselnde Werbeaktionen
einfache Botengänge

Die Vollzeitarbeit stellt kein Problem mehr da. Die Pünktlichkeit lässt manchmal zu wünschen übrig, die Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Qualität ist laut Rückmeldung gut. Disziplin und Anwesenheit müssen weiter gut beobachtet werden. Die Maßnahme ist bis zum 24.9. 2015 verlängert worden.

Wohnen

Die Bezüge im Betreuten Wohnen des Erlenwegs sind etwas lockerer geworden. Das liegt daran, dass ich nach Feierabend häufig keinen Bedarf mehr an Gesprächsangeboten habe. Nach dem Weckerklingeln lasse ich mir manchmal etwas Zeit über den geplanten Point-of-no-Return hinaus. Ab Oktober nehme ich wieder den Bus. Mit dem Bezugsbetreuer findet ein wöchentliches Treffen statt. Darüber hinaus gibt es einen wöchentlichen Alternativtermin und psychosoziale Angebote bei Bedarf. Zweifellos ist der Erlenweg seit März 2011 zu einem echten Zu Hause geworden, auch wenn die Wohnungen etwas hellhörig sind und die Wohnung bei Auszug wieder renoviert werden muss.

Gesetzliche Betreuung

Das Gericht wird bis zum 16.3. 2016 prüfen, ob die Betreuung aufrechterhalten werden muss.
Es finden monatliche Treffen statt. Das Verhältnis ist gut und von ausgeprägtem Vertrauen gekennzeichnet.

Arzt

Es finden turnusgemäß 6 Arztbesuche pro Jahr statt. Zusätzlich werden bei Bedarf Rezepte für die Regelmedikation ausgestellt und im Krankheitsfall Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausgestellt. Am 12.10. 2014 sollte die Medikation reduziert werden, und zwar auf
Zyprexa 10-0-10-0
Fluanxol 10-0-10-0
Des Weiteren muss das Blutbild regelmäßig kontrolliert werden. Nach dem Arbeitsende von Fr. Dr. Christiane Esdar wird die Zuständigkeit der Psychiatrischen Institutsambulanz aufrechterhalten.

Familie

Beide Elternteile sind berentet und altersentsprechend gesund und wohnen im Eigenheim. Es finden regelmäßige Telefonate und sporadische Besuche statt. Der Bruder hat eigene Familie (Freundin und Sohn). Der Kontakt ist nicht ausgeprägt. Die schlaflosen Nächte, die ich meiner Familie beigefügt habe, werden ad Akta gelegt. Vorsichtiger Optimismus, was das Verhältnis angeht, ist angezeigt. Vater und Mutter sind Mitte siebzig, der Bruder Anfang vierzig.

Experienced Involvement

Die Teilnahme von Oktober 2013 bis September 2014 ist bestätigt worden. Zwei Praktika müssen absolviert werden. Die Finanzierung ist noch etwas wackelig und obliegt der Bearbeitung beim LWL, stellt jedoch kein größeres Problem dar. Es bleibt zu hoffen, dass der Patient (also ich) die notwendige Abstraktionsfähigkeit aufweist, um von den eigenen Problemen Abstand zu nehmen und den jeweiligen Klienten ins Zentrum zu stellen. Ob eine berufliche Perspektive sich öffnet bleibt abzuwarten. Da die Grenze zwischen Fortbildung und Selbsthilfegruppe nicht klar gezogen werden kann ist mit einem positiven Effekt was die Krankheitseinsichtigkeit und die Compliance angeht zu rechnen. In der WfbM kann keine Freistellung für die Seminarzeiten und die Praktika erwirkt werden, somit ist eigener Urlaub für diese Zeiten zu verbrauchen. Ein Krisenplan, der über die bestehende Behandlungsvereinbarung hinausgeht wurde erarbeitet, so dass eventuelle Stolpersteine und Unsicherheiten zuversichtlich abgefedert werden können.

Finanzen

Ich beziehe KEINE Sozialhilfe sondern finanziere mich von Übergangsgeld, das als Tagesgeld ausgezahlt wird, Wohngeld und Rente. Das bedeutet, dass ich meine Miete und meine Fixkosten selbst aufbringen kann, soll, muss und darf. Über Fixkosten und variable Kosten wird am Computer Buch geführt. Da ich starker Raucher bin (vier Pakete / Woche entspricht 120 € / Monat) geht ein Monat meistens +/- 0 aus. Bei finanziellen Engpässen, also wenn die Kalkulation nicht eingehalten werden kann, springt die Familie ein, so dass ich keine Not leiden muss. Vor einem eventuellen Umzug nach Bielefeld ist also unumgänglich ein Job von Nöten, der verhindert, dass die neue Wohnung von Staatsmitteln bezahlt werden muss.

Ausblick

Ein Ausblick erscheint schwierig und gewagt. An dieser Stelle möchte ich ein, drei und fünf Jahre in die Zukunft blicken.

Jahresplan

Die Experienced Involvement – Maßnahme wird erfolgreich abgeschlossen. Ich wechsele in den Arbeitsbereich des Industrieservice Radewig.

3 – Jahresplan

Ich stabilisiere mich so weit, dass ich eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ausüben kann

5 – Jahresplan

Umzug nach Bielefeld

P.S.: Alles Gute für den weiteren Weg, zu Händen des Nachfolgers / der Nachfolgerin. Wann ist Deadline ?
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and then again : why do this ? and why not ?
open source life.
….
—-ewing

1, 2 oder 3

Sternzeit 1007,2

Bernie hatte schwer gesoffen. Als letztes, nachdem sein Besuch gegangen war und bevor er auf seine Matratze fiel, hatte er sich noch die Zähne geputzt. Er fiel in unruhige Träume. Um 5 Uhr 30 schellte seine Werkssirene, die ihm den bevorstehenden Montag ankündigte. Er torkelte aus dem Bett unter die Dusche, rasierte sich und nahm die U-Bahn zur Arbeit. Die Werbeagentur hatte viel zu tun. Neue politische Kampagnen wollten ausgedacht und nichtsnutzige Produkte wollten beworben werden. Das Betriebsklima war gut, auch wenn die Abteilung sich 2 Desktoprechner zu acht oder neunt teilen mussten. Gewiss, es war ein typischer ‘Blue Monday’ und 3 Kollegen waren gar nicht erst erschienen. So formulierte er in einem Tür- und Angelgespräch seine weiteren Ziele. Primär war das Anwesenheit, sekundär Sorgfalt und schliesslich als Tertiärziel die nackte Quantität des Arbeitspensums. Bernie, das Biberratteneichhörnchen und seine Nagerkollegen wollten sich nicht länger als Raucher und Nichtraucher auseinanderdividieren lassen. Es unterschied ja auch niemand zwischen Fussgängern, Bus- oder Fahrradfahrern. Vegetariern oder fleischfressenden Pflanzen. Wählern und Nichtwählern. Gesunden und Kranken. Rechts- oder Linkshändern oder Menschen mit oder ohne Sonnenbrille. Ein jeder hatte seinen Platz. Trotzdem war er an diesem Montag ganz besonders froh, als endlich der Feierabend nahte. Hatte er doch noch etwas zu regeln. Sein Leben hing inzwischen nur noch an einem seidenen Faden, aber er liess sich seine Träumereien nicht ausreden. Er wollte zurück in die Wildnis. Das ging nunmal nur mit Hilfe. Also fasste er das Monster der Korruption bei der Hand und bereitete sich auf seine Fortbildung vor. Wie bediene ich mein Telefon, während das Radio läuft ? Was mache ich, wenn ich am Zehnten keine Ravioli mehr habe ? Wie tippe ich mein Passwort ein, ohne den Blick vom Monitor zu wenden ? Wie werde ich dieses bescheuerte Facebook los ? Wie öffne ich mir beim Fahrradfahren einen Apfelsaft ?

Zu Hause angekommen, musste er sich schon wieder vor den Betreuern des Tierheims rechtfertigen. Als wenn nicht alles schon schlimm genug wäre… Der Dienstag würde kommen. Und am Freitag würde er wieder in seinem Sessel sitzen.

Die nächste Stufe des Erwachens

Sternzeit 1004,8

Bernie hatte einige Jahre geschlafen. Als er seine Tätigkeit in einer Werbeagentur begann, fühlte er sich, als sei er aus einem langen Winterschlaf erwacht. Gewiss, er trank Bier. Gewiss, er rauchte marrokanischen Minztee. Gewiss, er wurde zu leicht wütend und gewiss, seine Sexualität war vollkommen verkorkst, er war nämlich Single. Die verflossenen Eichhörnchen lebten über den Planeten verstreut. Aber er hatte zu so etwas wie einem ‘Leben’ gefunden. Zwar lebte er in einem betreuten Tierheim, aber das hiess nicht, das er sein Gehirn an der Garderobe abgegeben hatte. Nun hatte also die nächste Stufe zu folgen. Das war die Pünktlichkeit und die Zuverlässigkeit. Allzu oft gewann noch Günther, sein innerer Schweinehund, wenn er sich morgens aus dem Bett quälen musste. Zwar musste man ihm zugestehen, dass die Werbeagenturtätigkeit nicht die allzu motivierendste war, musste er doch manchmal lediglich einfache Datenerfassungstätigkeiten durchführen und dann wieder Briefe adressieren und frankieren, aber schliesslich hatte er auch etwas von dem Job. Seine Tage waren in der Regel gut strukturiert. Manchmal lebte er einfach so für den Moment, aber gewiss hatte er einen größeren Plan von seiner Zukunft. Er wollte raus aus dem Tierheim und zurück ausgewildert werden. An dieser Stelle bald mehr von Bernie.

Die Qual der Wahl

Sternzeit 0999,5 fünf vor zwölf

Bernie das Biberratteneichhörnchen war aufgerufen, als verantwortlicher Staatsbürger des Tierreichs seine Stimme abzugeben. Nun verhielt es sich leider so, dass man lediglich das geringste von allen möglichen Übeln wählen konnte. Das war natürlich doof und unglücklich, aber gar nicht erst hinzugehen würde bedeuten, die Entscheidung den anderen zu überlassen. Zwar gab es diverse Wahl-o-maten und Entscheidungshilfen, aber die waren nur den Privilegierten mit einem Internetanschluss zugänglich. Davon war Bernie als obdachloser Sozialhilfeempfänger aber weit entfernt. Also überlegte er, wer ihm wohl ein zusätzliches Brötchen verschaffen könnte und wer am ehesten für Frieden und Gerechtigkeit sorgen könnte. Normalerweise war er sowieso dagegen. Also traf er seine Entscheidung erst in der Wahlkabine. Um 17hundert und eine halbe Stunde stand er also in der für ihn zuständigen Schule und las den Zettel. Mit den meisten Namen konnte er überhaupt nichts anfangen. Die Stimme ungültig zu machen schied völlig aus und einer rechten Splittergruppe wollte er nicht helfen. Da auch die diversen Spaßparteien ausschieden und er in der Bäckerei vor ein paar Tagen von einer neuartigen Stimmabgabemöglichkeit gehört hatte, drückte er also den Knopf in der virtuellen Wahlkabine, der seiner Stimme 90 Prozent Brötchenzuschlag verschaffen würde. Zufrieden kaufte er sich eine Tüte Chips und ein Sixpack und knallte sich vor den Fernseher im Arbeitslosenzentrum. Nun würde endlich alles gut werden.

Naturgemäß musste es zwei oder drei mehr von seiner Sorte geben, aber wo waren die bloß alle ?

Land in Sicht

Sternzeit 0993,8

Die Fledermaus kehrte von ihrem Aufklärungsflug zurück und meldete : ‘Land in Sicht.’ Da begannen wir plötzlich alle, aktiv zu werden. Die Giraffe versuchte, auszurechnen, wo wir wohl waren. Es musste sich um die norwegische Küste handeln. Die Spinne rief : ‘Halleluja, halleluja’, der Octopus drehte ein wenig lauter und die Delphine machten Luftsprünge. Der Frosch zog die Fockschot an, weil wir ein wenig härter am Wind bleiben mussten, nur der Ameisenbär schaute etwas mürrisch drein. Der Frosch legte die Fender aus, der Bär leitete das Anlegemanöver ein und der Frosch sprang mit der Festmacherleine an Land, um sie um einen Poller zu wickeln. Am Strand stand ein Mann mit einem Zylinder und ein weiterer, jüngerer Mann mit einem Bart, der jonglierte. Wir waren alle sehr aufgeregt, aber die beiden schienen uns lediglich herzlich begrüßen zu wollen. Der Sohn nahm einen weiteren Ball hinzu, nun jonglierte er mit vieren und der Herr der Gezeiten nahm seinen Zylinder ab und drehte ihn um. Heraus kam eine Taube. Sie war weiss und flog davon. ‘Meine Kinder, da seid ihr ja.’ sagte der Herr der Gezeiten. ‘Ihr habt den Geist gesehen.’ ‘Supiiii’ sagte der Sohn. Wir gingen an Land, um ein Fischbrötchen zu essen. Heute würde Vollmond sein. Wir sind am Ziel.

Depression

Sternzeit 0991,2

‘Ich bin ja soo depressiv.’, sagte der Delphin. ‘Meine Braut wartet zu Hause auf mich und ich bin auf einer Irrsinnsmission.’ ‘Sag nicht sowas.’ ermahnte ihn der Ameisenbär. Schon seit Tagen war der Delphin eher etwas down. Seine Gruppe hatte alles für ihn getan, ihm seine Lieblingsmusik vorgespielt, ihm aus dem Logbuch vorgelesen und mit allen Mitteln versucht, ihn zum Lachen zu bringen. Jedoch war er so traurig, das nichts, aber auch gar nichts ihn irgendwie aufmuntern konnte. Die Tiere kannten diese schwere Krankheit nicht, sie hielten den Delphin einfach für etwas missmutig, weil der Herr der Gezeiten nirgendwo in Sicht war. Gewiss hatte der Eine oder die Andere den Delphin mit ins Gebet eingeschlossen, aber irgendwie musste der Herr darüber hinweggekommen sein. Der Octopus wollte es mit Zackenplankton versuchen, aber der Bär hielt ihn davon ab. Als der Frosch einen fahren liess, musste der Delphin aber tatsächlich etwas schmunzeln. Im Logbuch war verzeichnet, dass wir auf Kurs Nord bleiben sollten. Der Farn, den wir als Lesezeichen benutzten, war inzwischen gut getrocknet. Ein Wunder, dass der Octopus noch nicht versucht hatte, ihn zu rauchen. ‘Was glaubt ihr, wie lange sollten wir unsere Mission noch verfolgen ?’ fragte der Ameisenbär schliesslich seine Mannschaft. Alle wollten weitersuchen. Zu viel hing davon ab. Als die Giraffe die Muscheln zubereitet hatte, ankerten wir, nickten stumm zum Bärentischgebet und hauten ordentlich rein. Wasser gab es dazu, stilles Wasser. Der Octopus wollte eine Piratenflagge hissen, aber auch davon konnten wir ihn schliesslich noch abbringen. Heute blieben wir alle auf und machten die Nacht durch, es lag etwas in der Luft, das spürten wir alle. ‘Kurs okay, niemand in Sicht.’ verzeichnete ich im Logbuch, klappte es zu und zündete mir eine an. Die Delphine würden es schon schaffen. Es war hoher Seegang und wir hatten uns alle daran gewöhnt, auf dem Wasser zu leben. Ich denke jedoch immer noch, der Delphin hätte es eigentlich wissen müssen…..

Bilder

Sternzeit 0989,4

Was war denn das ? Heute ist uns ein Geisterschiff begegnet. Es muss sich um den fliegenden Holländer gehandelt haben. Die Fledermaus erspähte es zuerst. Wir haben die Bilder alle nur zu deutlich vor Augen. Es war ein 3-Master mit voll aufgetakelten Segeln. Ein Kapitän oder eine Mannschaft war nicht auszumachen. Es kreuzte unseren Kurs, so dass wir tatsächlich ausweichen mussten. Bisher hatten wir alle gedacht, es handelte sich um Seemannsgarn. Jedoch selbst der Ameisenbär konnte mit dieser Erscheinung nichts anfangen. Auch mit den anderen Sinnen nahmen wir es wahr. Wir hörten nämlich Kettenrasseln und es roch nach Seetang. Ob wir alle inzwischen halluzinierten ? Jedenfalls habe ich Euch nun alles so beschrieben, wie es sich abgespielt hat. Inzwischen haben wir auch unserem Herrn von dieser bedrohlichen Begebenheit erzählt. Zur Beruhigung hat der Octopus nach dem Abendbrot etwas meditative Musik aufgelegt. Das half nicht wirklich, aber nur um ihm eine Freude zu machen, sagten wir alle einmal ‘Ooom’. Nein, dann doch lieber Rock n’ Roll. Der Mond ist fast voll, es plätschert leise, wir sind auf Kurs Nord und der Delphin macht uns langsam richtig Sorgen. Es sei.

Seegang

Sternzeit 0988,7

Was hatten wir heute für eine Freude beim Segeln. Ein bis zwei Glasen nach dem Wachwechsel, also noch vormittags, frischte es mächtig auf. Wir hatten mal wieder Windstärke 6 – 7 und wir mussten uns alle mächtig ins Zeug legen. Vorbei die Zeiten der Fusspflege und des Überlegens. Der Ameisenbär am Ruder gab ganz routiniert die Kommandos und an der Fockschot saß wie immer der Frosch. Was für ein grossartiges Gefühl, bei Wind und Wetter den Elementen ausgeliefert zu sein ! So machte unsere Reise Spass. Erst gegen Abend hatten wir wieder etwas Zeit, zur Besinnung zu kommen, aber die Phasen der Untätigkeit und des Wartens gingen uns schon allen auf den Zeiger. Der Octopus legte Tool auf und der Bär liess sein Buch heute mal eingepackt. Die Calamaris, die die Spinne uns zubereitet hatte, schmeckten ganz hervorragend, so dass wir alles bis auf den letzten Happen vertilgten. Heute hielten zwar die Delphine Nachtwache, aber da die Giraffe nicht schlafen konnte, übernahm sie die Schicht einfach mit und erledigte auch die Logbuchtätigkeit. Bleibt für mich als Chronisten nur als letzten Eintrag vorm Schlafengehen im Logbuch zu verzeichnen, dass wir alle inzwischen mächtigen Spass hatten, ohne jedoch den Ernst unserer Mission zu verkennen. Nachts war es recht flau und der Mond näherte sich wieder dem Vollmond. Grossartig !

Das Buch

Sternzeit 0987,4

Heute hat uns der Ameisenbär endlich etwas mehr über das Buch erzählt und uns sogar einige Geschichten daraus vorgelesen. Wer es geschrieben hat, hat er uns nicht verraten, aber er sagte, es handele vom Herrn der Gezeiten. Im zweiten Teil taucht dann der Mann auf, der durch die Wüste zog. Auch Gedichte und Lieder sind darin enthalten. Der Bär versicherte uns, dass jedes Wort für uns gilt und wir uns felsenfest darauf verlassen könnten. Er erhalte seine Inspiration aus dem Buch und wolle, dass es für uns ebenso wichtig werde wie für ihn. Darum werde er es in unseren Zusammenkünften künftig benutzen. Es war kurz nach dem Frühstück, als er unseren Wissensdurst etwas gestillt hatte und das Buch wieder verstaute. Dann setzte er sich wieder ans Ruder und befahl dem Frosch, seinen Platz an der Fockschot einzunehmen. Bis weit in den Nachmittag hinein, mindestens fünf Glasen nach dem Wachwechsel, hatten wir guten Wind und unsere Segel waren prall gefüllt. Heute hatten wir beschlossen, zur Nacht wieder einmal zu ankern, trotzdem benötigten wir natürlich eine Nachtwache. Das übernahm heute die Fledermaus. Als wir alle in unseren Kojen verschwunden waren, hatte sie endlich wieder einmal Zeit, zur Besinnung zu kommen. Sie schrieb alles, was heute geschah ins Logbuch, verzeichnete die Mondphase, legte den Farn hinein und klappte es zu. Dann liess sie sich ein wenig von den Geräuschen, die es nachts auf See gibt beruhigen. Sie hörte ein Klickern und ein Plätschern und dachte ein wenig darüber nach, wie wir den Delphin wieder ein wenig aufmuntern konnten. Der sternenklare Himmel liess die Szene beinahe etwas unwirklich erscheinen.