Entscheidungen

Sternzeit 0986,9

Tief- und todunglücklich zog unser Delphin seine Runden um das Floß. Gewiss, er freute sich, dass seine Gefährtin wieder in Freiheit war, aber nun wurde ihm erst deutlich, dass sie getrennt waren und er genauso gut umdrehen und zu seiner Partnerin schwimmen konnte. Aber schliesslich entschied er sich in Absprache mit seiner Gruppe, die Mission nicht abzubrechen. Heute regnete es fast den ganzen Tag, nur am Mittag liess sich die Sonne kurz blicken. Der Octopus gehörte inzwischen wie ganz selbstverständlich zu unserer Gruppe. Und was er für Musik mitgebracht hatte… Wenn die Delphine eine Pause brauchten, flog die Fledermaus etwas voraus und sondierte die Lage. Sie schien inzwischen vollständig erholt zu sein. Die Giraffe machte uns zum Abendbrot einen ganz hervorragenden maritimen Salat. Der Ameisenbär dankte kurz vorm Essen, das machten sie inzwischen regelmäßig und abwechselnd. Nun hatten wir folgende Erfahrung gemacht : wenn einer von uns ein Tief hatte, fingen die anderen ihn auf. Der Octopus sagte dazu nur ‘No storm can last forever.’ Also redete heute die Spinne, die Nachtwache hatte, noch ganz ausführlich mit unserem Delphin. Als sie sich schliesslich trennten, der Delphin zu seiner Gruppe schwamm und die Spinne die Mondphase und den einzuschlagenden Kurs verzeichnete, ging immer noch ein recht frischer Wind. Wie gern hätte die Spinne etwas mehr davon verstanden, was der Ameisenbär von seinem Herrn erzählte. Ob sie ihn wohl finden würden ? Ob er es tatsächlich hörte, wenn sie alle in einsamen Momenten und in Gedanken mit ihm redeten ? Das würden sie bestimmt nur allzubald herausfinden.

Eine Nachricht

Sternzeit 0985,7

Wir waren weiterhin auf Kurs Nord, als uns eine Nachricht aus der Heimat erreichte. Stellt Euch vor, die Delphine waren befreit worden. Als unser Delphin das hörte, war er aber wirklich einen Moment lang versucht, die Reise abzubrechen. Nachdem er sich allerdings mit seinen Artgenossen besprochen hatte, beschlossen sie alle gemeinsam, bei uns zu bleiben. Wir dankten dem Herrn der Gezeiten für diesen Schachzug, falls er etwas damit zu tun hatte, aber das konnte man mittlerweile jawohl nicht mehr ausschliessen. Als die Sonne am höchsten stand, entschlossen wir uns zu einer erneuten Zusammenkunft am Abend. Als es soweit war, eröffnete der Ameisenbär die Runde mit einem Gebet und las uns anschliessend aus dem Buch vor. Darin war die Rede von einem Mann, der durch die Wüste zog. Wir drängten den Bär, uns die Geschichte zu erklären, jedoch fuhr er fort, indem er uns zum Singen aufforderte und hüllte sich weiterhin in Schweigen. Wir würden verstehen, wenn es soweit wäre, versicherte er uns. Das war für uns schwer auszuhalten, aber wir vertrauten ihm. Dann kletterten wir in unsere Kojen, während der Frosch seine Nachtwache antrat. Nachdem er eine Zigarette geraucht hatte, verzeichnete er den Tag ordnungsgemäß im Logbuch, klappte es zu und sah in den Sternenhimmel. Einige Zeichen kannte er.

Sichtbarkeit

Sternzeit 0984,3

Nach der Nachmittagspause rief der Herr der Gezeiten erneut den Sohn zu sich. ‘Ich habe mir Gedanken gemacht.’ sagte er. ‘Was machen wir, wenn sie sich zerstreiten ?’. ‘Denk dran, sie haben den Geist. Sie werden weitersuchen.’ antwortete der Sohn. ‘Sie gehen einer ehrenvollen Aufgabe nach.’ Der Herr der Gezeiten kaute auf seinem Kaugummi. Er hatte vor langer Zeit das Rauchen aufgegeben. Sie wussten beide, dass der Plan unserer Freunde dem Gegner nicht gefallen konnte. Man könnte fast auf die Idee kommen, der ganze Planet sei in Feindeshand bis auf die kleine Mannschaft, die diesem so tollkühnen Plan nachging. ‘Wie können wir Ihnen helfen ?’ fragte der Herr. ‘Ich habe Frieden geschlossen. Ein für alle Mal.’ sagte der Sohn. ‘Aber es ist ein dunkler Planet. Viele Mächte streiten um die Überhand.’ Der Sohn jonglierte ein wenig. Er war manchmal wie ein verspieltes Kind, dann wieder wie ein guter Freund und dann zum Dritten wie ein unsichtbarer Begleiter im Hintergrund. ‘Wir müssen abwarten.’ sagte der Herr schliesslich. ‘Das sehe ich genauso’, sagte der Sohn. ‘Sie haben alles was sie brauchen.’ Vater und Sohn waren seit langem wiedervereinigt. Der Planet war schon vor langer Zeit einmal in ähnlicher Gefahr gewesen. Nachdem der Sohn den Vater offengelegt hatte, war er in Sicherheit zurückgekehrt und hatte den Tieren den Geist gegeben. Manche kamen früher drauf, manche später. Sie kamen sich von Zeit zu Zeit so verloren vor, weil sie nichts hatten, was sie sehen oder anfassen konnten. Das hatte sich ja nun geändert. Gewiss wurde unsere Mannschaft von vielen argwöhnisch begutachtet. Und nicht nur mit guten Wünschen.

Wasser

Sternzeit 0983,8

Was war das für ein seltsames Element, auf dem wir unterwegs waren. Seit Wochen hatten wir jetzt nichts als Wasser gesehen. Aber es gefiel uns. Durch Wind und Wetter zogen wir mit unserem Floß. Heute hatte uns der Octopus mit Musik geweckt. Bei Windstärke 4 – 5 segelten wir weit Richtung Nord. Wir waren heute alle sehr schweigsam. Jeder hing seinen Gedanken nach oder redete mit dem Herrn. Gegen Abend hielten wir erneut eine Zusammenkunft, auf der wir nichts taten außer singen. Der Bär hüllte sich weiter in Schweigen, was dieses Buch anging. Immerhin hatten wir morgens einen sogenannten ‘Psalm’ im Logbuch gefunden, der uns schon ein bisschen weiterhalf. Als die Giraffe die Nachtwache übernahm, war die Sonne noch nicht untergegangen. Wir gingen in die Koje und die Giraffe blätterte ein wenig im Logbuch, um den bisherigen Fortschritt unserer Reise noch einmal gedanklich nachzuvollziehen. Wie weit waren wir gekommen… Was hatten wir erlebt… Wen hatten wir getroffen… Als es soweit war, verzeichnete sie wie abgesprochen die Mondphase und klappte das Logbuch zu. Wie ging es weiter ?

Egal oder Phantasie

Sternzeit 0983,1

Heute war es uns egal. Wir waren lange nicht tauchen, also versuchten wir es wieder einmal. Es bietet sich sprachlich an, zu sagen wir waren etwas durch den Wind. Die Spinne übernahm die Sicherung an Deck und der Rest von uns ging ohne Haikäfig in die Tiefe. Es ist schwierig, sich nur mit Handzeichen zu verständigen. Erneut entdeckten wir ein Korallenriff, dieses allerdings war etwas zugemüllt. Also legten wir Hand an und befreiten es so gut es ging davon, ohne etwas zu zerstören. Wir tauchten auf und sammelten den Müll an Deck, denn die Ozeane sind ein Naturgut, man könnte sagen: Teil der Schöpfung und sollten von uns Tieren nicht als Abfalleimer missbraucht werden. Die Phantasie ging mit uns durch, wir sahen schon überall Anzeichen dafür, dass der Herr der Gezeiten erneut Kontakt mit uns aufnehmen wollte, sei es im Wasser oder im Wind. Der Ameisenbär allerdings erzählte uns das erste Mal von einem Buch. Es sei schwierig zu verstehen, aber es trage seine Handschrift, sagte er. Ob es wohl ein Gedichtbuch war ? Ob es bebildert war ? Und in welcher Sprache war es geschrieben ? Ob der Octopus, der immer häufiger begann, Fragen zu stellen, es lesen und verstehen konnte ? Ob wir ein Exemplar davon an Bord hatten, wollte der Bär uns noch nicht verraten. Er schrieb manchmal Zitate aus dem Buch ins Logbuch, manchmal nannte er es ‘Einzelne’, manchmal waren es zusammenhängende Sätze. Wie der Zufall oder unser Wachplan es wollte, hatte der Ameisenbär heute auch Nachtwache. Da würden wir morgen früh alle ganz gespannt sein. Zunächst jedoch waren wir alle heilfroh, dass wir mal einen Tag lang fünfe gerade sein lassen konnten oder den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, wie man sagt. Diese ganze Herumphilosophiererei wurde nämlich langsam richtig anstrengend. Alle gesund.

Vateraugen

Sternzeit 0982,5

Mit liebenden Vateraugen beobachtete der Herr der Gezeiten aus seinem Schaukelstuhl unsere Truppe und fand sie ganz und gar rührend. Im Radio lief ein Sender aus Neuseeland. Immerhin, sie hatten sich auf den Weg gemacht und sie fragten sogar nach seinem Willen. Ob er es ihnen wohl erklären konnte, falls es zu einer erneuten Begegnung kommen würde ? Der Ameisenbär würde gewiss helfen. Der Herr der Gezeiten lächelte und drehte das Radio etwas lauter. Er mochte Minderheiten. Um seine Mannschaft zu retten, würde er sich etwas einfallen lassen müssen. Er wusste im Gegensatz zu ihnen, woher die Gefahr kam. Wie der Planet sich seit seinem letzten Besuch verändert hatte…. Der Sohn war im Garten und kümmerte sich um die Sonnenblumen. Er rief ihn zu sich, um ihn nach seiner Meinung zu fragen. ‘Sie haben sich sehr verändert’, sagte er. ‘Sie fragen nicht mehr nach uns. Normalerweise…’. ‘Es gibt Grund zur Hoffnung’ antwortete der Sohn. ‘Nicht dass ich runtergehen wollte und wieder auf dem Wasser laufen, aber sie geben sich doch wirklich Mühe.’. Der Herr der Gezeiten drehte am Sender. Er konnte keine Nachrichten leiden und suchte Musik. Der Sohn summte ein wenig. ‘Wir geben ihnen Zeit’ sagte der Herr schliesslich. Zustimmend nickte der Sohn und ging wieder in den Garten. Es frischte auf. Die Mannschaft hatte sogar eine Flagge mit der Bootskennung und die Positionslichter hatten alle inzwischen verinnerlicht. Zunehmender Mond. Windstärke 6.

Wunder

Sternzeit 0981,8

Heute haben wir eine seltsame Himmelserscheinung gesehen. Sie war sehr bunt. Der Ameisenbär wollte uns weismachen, es handele sich um ein Wunder. Er nannte die Erscheinung einen sogenannten ‘Regenbogen’ und es sei ein Zeichen des Bundes mit dem Herrn der Gezeiten. Wir hingegen kennen natürlich die physikalische Erklärung für die Erscheinung und finden, man sollte mit dem Wort ‘Wunder’ sparsamer umgehen. Ist es etwa ein Wunder, dass wir mit unserem Floß da waren, als die Kräfte der Fledermaus erschöpft waren ? Ist es etwa ein Wunder, dass der Delphin seinen Liebeskummer überwunden zu haben scheint ? Ist es etwa ein Wunder, dass der Octopus seine Farbe zu wechseln imstande ist ? Ist es etwa ein Wunder, dass uns beim bisherigen Verlauf unserer Reise kein größeres Leid geschehen ist ? Die Delphine sprechen leise von Wundern, wenn sie über die Strömungseigenschaften ihrer Körper nachdenken. Vielleicht sind sie weise. Wir haben begonnen, das Logbuch wie ein Tagebuch zu führen. Natürlich bleibt der Kurs darin verzeichnet, aber wir haben der Nachtwache die Hoheit über das Logbuch erteilt, wie wir das sporadisch auch jetzt schon gehandhabt haben. Außerdem werden ab jetzt die Mondphasen niedergelegt. Würden wir es merken, wenn der Herr der Gezeiten erneut versucht, Kontakt mit uns aufzunehmen ? Wir fühlen uns einer Begegnung im Angesichte nicht gewachsen. Trotzdem trauen wir dem Ameisenbär eine gute Führung zu. Heute Nacht segeln wir durch.

Alle ?

Sternzeit 0980,5

Hatten wir etwas übersehen ? Waren wir nicht gut genug vorbereitet ? Am Vormittag war relativ entspanntes Segeln, also ab und zu Kreuzen und den Kurs im Auge behalten angesagt, so dass wir den Ameisenbär noch etwas löchern konnten. Was meinte er damit, der Herr sei für alle gekommen ? Warum hatte er seine Erde so lange allein gelassen ? Würde die Tierwelt sich bei seiner Rückkehr wiedervereinigen ? Sollten wir unser Vorhaben nicht besser aufgeben und Urlaub machen ? Der Herr der Gezeiten war mit Sicherheit ein gar seltsamer Gesell, aber war er nicht auch ein bißchen gefährlich ? Der Bär gab sich die größte Mühe. ‘Stellt Euch vor, wir seien alle Ameisen. Wir können ihn nicht nachvollziehen und wir sollen ihn nicht nachvollziehen. Dafür sind wir nicht gemacht.’ erklärte er. Wir wurden alle ganz leise. ‘Aber er hat mir geholfen. Ich möchte ihm etwas zurückgeben.’ flüsterte der Delphin. Seine Kollegen nickten stumm. ‘Wir werden nicht müde, ihm Lieder zu singen.’ schlug die Giraffe vor. Damit konnte auch der Ameisenbär leben. Langsam fragten wir uns, wann wir den ersten Eisbär treffen würden. Gegen Abend holten wir das Grossegel und die Fock ein und warfen erneut den Anker, damit wir unsere Mahlzeit in Ruhe einnehmen konnten. Der Frosch hatte uns heute ganz wunderbare Calamaris zubereitet. ‘Herr, segne uns, unsere Mahlzeit und alle unsere Brüder und Schwestern.’ sprach er leise zu Beginn. Das mit dem Segen hatte der Ameisenbär uns inzwischen auch erklärt. Heute schrieben wir jeder einen einzelnen Satz ins Logbuch und wir legten einen Farn als Lesezeichen dazu. Als die Spinne ihre Nachtwache antrat, hörte sie wieder einmal leises Plätschern und auch sie dachte noch ein wenig über den Mond nach. ‘Wir üben uns in Demut.’ sprach der Ameisenbär als Gute-Nacht-Gruss. Langsam begannen wir, dankbar zu werden. Was der Bär wohl noch alles auf Lager hatte ?

Der Weg

Sternzeit 0979,1

Nachdem alle ausgeschlafen hatten, gab es morgens – wie bei einem Nachbeben – noch einmal etwas Aufregung. Die Delphine hatten von Weitem eine Haifischflosse erspäht und warnten uns. Der Hai drehte jedoch wieder ab. Nun begannen lebhafte Diskussionen über den weiteren Weg. Der Frosch, die Giraffe und der Octopus wollten unseren Kurs beibehalten, die Fledermaus, die sich zusehends erholte, der Ameisenbär und die Delphine waren für eine Kursänderung. Die Spinne zog sich meinungslos in ihr Kabuff zurück. Schliesslich entschieden wir uns für eine Kursänderung mehr nördlich und alle trugen die Entscheidung mit. Wir wollten mehr vom Ameisenbär erfahren. Dieses Wort, das er gestern benutzt hatte – Segen – war uns nämlich nur vom Hörensagen bekannt. Man gratulierte damit bei einem Geburtstag zum Beispiel. Der Ameisenbär gab sich jedoch wortkarg und verwies auf den Psalm im Logbuch. Als die Fledermaus ein Lied anstimmte, schien der Bär sogar ein wenig zu lächeln und wir fielen alle ein. Wir holten den Anker ein und waren den ganzen restlichen Tag unterwegs in die vermutete Richtung. Als die Delphine die Nachtwache übernahmen, hatte es wieder abgeflaut – wie öfters abends auf See. Unser Delphin blätterte ein wenig im Logbuch, schliesslich malte er sogar ein Bild von seiner Geliebten aus der Erinnerung hinein, bis dann endlich der Mond – nun wieder sichtbar – auf unsere erschöpfte Mannschaft schien. Sie würden zusammenhalten und beharrlich weitersuchen. Nun wussten sie wenigstens, dass der Herr der Gezeiten sie nicht ignorierte. Das wäre auch schwer aushaltbar gewesen. Backbord rot, steuerbord grün, achtern weiss.

Der Herr

Sternzeit 0978,7

Der Herr der Gezeiten saß in seinem Schaukelstuhl und hörte Radio. Unendlich viel hatte er heute schon erledigt und unendlich viel würde er noch erledigen, aber nun gönnte er sich eine Ruhepause. Da war diese Mannschaft, die auf dem Weg zu ihm war. Er war sehr lange nicht auf der Erde gewesen. Um genau zu sein, fast 2000 Jahre lang. Ein Wimpernschlag, gewiss, aber länger als das Leben eines Bonobo. Er wusste, dass der Ameisenbär früher einer seiner Leute gewesen war, und nun war er Kapitän dieser tollkühnen Truppe. Den Delphin mochte er besonders gern leiden, darum hatte er den Liebeskummer vorübergehend von ihm genommen. Nicht für immer, aber sozusagen temporär. Die stotternde Fledermaus wusste nicht wie ihr geschah, im Moment war sie etwas verkrampft und würgte Nahrungsreste hervor. ‘Er ist da ! Er ist da !’ rief der Bär. Alle entspannten sich zusehends. Der Octopus änderte seine Farbe von tiefblau zu tiefschwarz. ‘H-h-hier bin ich. W-w-was wollte ihr ?’ sprach die Fledermaus mit piepsiger Stimme, die so gar nicht zu ihr passte. Oh, alles wird gut. Der Ameisenbär wagte nur zu flüstern : ‘Deinen Segen, Herr, nur deinen Segen. Wie Jakob.’ ‘I-i-ihr seid auf dem richtigen W-w-weg. Ihr schaft es nur als M-m-mannschaft.’ sprach die irdische Inkarnation in der Fledermaus. Der Herr der Gezeiten drehte das Radio etwas auf. Beim nächsten Gongschlag ist es 6 Glasen nach dem Wachwechsel. Es blitzte. Bevor unsere sieben Freunde den Donnerschlag hören konnten, wurde die Fledermaus ohnmächtig. Die Spinne biß ihr in den kleinen Zeh, um sie wieder aufzuwecken. Oh, was ging hier nur vor sich. ‘Er ist nicht sauer, er ist nicht sauer.’ wiederholte der Ameisenbär. Die Fledermaus kam zu sich. Es war windstill. Das Gewitter war einige Seemeilen nach Westen gezogen. ‘Anker auswerfen ! Abendbrot !’ rief der Ameisenbär. Jeder packte an und es gab Garnelen. Der Ameisenbär vervollständigte den einhundertdreiunddreißigsten Psalm im Logbuch und schickte alle in die Koje. Er wollte allein sein. Wir waren müde. Alle schliefen schnell ein, auch der Bär. Heute konnten wir es ohne Nachtwache wagen. Die Delphine hatten heute viel zu reden. Was hatte das zu bedeuten ? Unser Delphin würde sein Herz nicht nocheinmal hergeben. Trotz allem war er doch ein wenig traurig, das konnte wohl jeder nachvollziehen, aber er liess den Schweinehund keine Oberhand gewinnen. ‘Wo bist du ?’ flüsterte der Delphin. Dann schliefen auch sie. Kein Mond zu sehen.