2613 (walk)

die maulwurfine und bernie machten einen langen spaziergang. gesprächsthemen hatten sie. als sie den waldrand erreichten, mussten sie sich für eine weitere richtung entscheiden. sie hielten sich abseits der behausungen. vorsichtig suchten und fanden ihre hände sich. wie lange, wie laaange ? die mannschaft zu hause in der dark shadow spielte derweil karten. der delphin war der einzige, der eine ahnung hatte, was vor sich ging. mit seiner schwanzflosse zog er kleine kreise im wasser. als bernie und die maulwurfine heimkamen, musste der delphin schmunzeln. der forscher aß eine praline namens ‘crunchy frog’ und der lebende frosch ging eine rauchen.

2611 (18sf)

it’ s the weakness
showing power
nothing to give
don’ t know how to live
enough of the pain
long walk in cold rain
jesus again in front of the door
has come for the weak, the shattered, the poor
can’ t see the light anywhere
and here he is: the great old bear
—-
{([for uncle gary])}

2604 (breakfast)

Milliarden von Rot-, Orange- und Gelbtönen drangen durch das Weitsichtbullauge ins Innere der Dark Shadow als die Sonne aufging. Der Delphin hatte Knuspermüsli für alle zubereitet. Für den Kaffee zeichnete der Octopus zuständig. Sie sprachen über ihre Träume und Phantasien. Diese kleinen Viecher – wie hiessen sie noch gleich – Emotionen spielten dabei naturgemäss eine entscheidende Rolle, so dass der Grizzly aussen vor blieb. Die Spinne wollte gern einmal nach Kanada. Leise nahm Bernie die Hand der Maulwurfine. Sie liess ihn gewähren. Die beiden blieben sitzen, als alle anderen den Tisch abräumten. Der Forscher legte das Paket in die Mitte des Tisches und begann nach einem Nicken des Ameisenbären mit dem Auspacken. Ein Kaktus kam zum Vorschein. Damit hatten sie nicht gerechnet. Würden sie ihn auf die Fensterbank stellen oder ihn als Teammitglied behandeln ? Der Delphin musste schmunzeln. Der Frosch verzeichnete alles im Logbuch. Dann schwärmten sie aus.

2602 (dunkel)

Meter um Meter arbeitete Bernie sich durch den Tunnel. Wenn er nicht gewusst hätte, dass seine Crew am Ausgang auf ihn wartete, hätte er schon längst aufgegeben. Die Ratten liessen ihn inzwischen in Ruhe, in gewissem Abstand. Manchmal rieselten kleine Bröckel von der Decke auf seinen Kopf. Das Paket hatte er sicher in seinem Rucksack verstaut. Sehen konnte er nur mit Hilfe von der technischen Hilfe, die der Forscher ihm mitgegeben hatte. Als er schliesslich einen kleinen hellen Lichtpunkt in weiter Entfernung erspähte, beschleunigte er sein Tempo etwas. Heute Abend würden sie einen maritimen Salat in der Dark Shadow zu sich nehmen, dazu Pangalaktische Donnergurgler. Inzwischen konnte er bereits Stimmen ausmachen. Einzelne waren nicht zu identifizieren, es kam ihm wie ein Chor vor. ‘Weiter!’, ‘Nur noch 20 Meter!’. Als Bernie ans Tageslicht kletterte, fiel die Maulwurfine ihm um den Hals. ‘Ich habe solche Angst gehabt.’ flüsterte sie. Unverletzt erzählte Bernie von seinem Horrortrip, den ganzen Weg lang zum Raumschiff, das auf einer Lichtung geparkt war. ‘Open Door!’ befahl der Forscher und dann stieg die Mannschaft in ihr Zu Hause. Der Delphin freute sich auch, alle wiederzusehen. Das Paket wagten sie sich noch nicht zu öffnen.

2598 (hoert wie es geschah)

Mein Bruder begann das Diktat in seinem besten rhetorischen Stil, mit dem er die Stämme dazu zwingt, an seinen Lippen zu hängen.
‘Am Anfang’, sagte er, ‘genau vor fünfzehn Komma zwei Milliarden Jahren, gab es einen großen Knall, und das Universum …’
Aber ich hatte schon aufgehört zu schreiben. ‘Vor fünfzehn Milliarden Jahren?’ sagte ich ungläubig.
‘Absolut’, gab er zurück. ‘Ich bin erleuchtet.’
‘Ich kritisiere ja nicht deine Erleuchtung’, sagte ich. (Das ließ ich lieber bleiben. Er ist drei jahre jünger als ich; aber seine Erleuchtung versuche ich gar nicht erst anzuzweifeln. Niemand tut das, oder er müßte schrecklich dafür büßen.) ‘Aber möchtest du die Geschichte der Schöpfung über einen Zeitraum von fünfzehn Milliarden Jahren erzählen?’
‘Das muß ich’, sagte mein Bruder. ‘Denn so lange hat sie gedauert.
Ich habe alles hier drin’, er klopfte gegen seine Stirn, ‘und ich habe die allerhöchste Quelle.’
Doch inzwischen hatte ich meinen Griffel niedergelegt.
‘Kennst du den Preis von Papyrus?’ fragte ich.
‘Was?’ (Er mag göttliche Eingebungen haben, aber bei so profanen Dingen wie dem Preis von Papyrus hatte er, wie ich häufig feststellte, keine Erleuchtung.)
‘Nehmen wir einmal an’, sagte ich, ‘du brauchst für die Beschreibung der Ereignisse von einer Million Jahren eine Rolle Papyrus. Das bedeutet, daß du fünfzehntausend Rollen füllen mußt. Du wirst also ziemlich lange reden müssen, bis sie voll sind, und du weißt, daß du nach einer Weile zu stottern beginnst. Ich werde ziemlich viel schreiben müssen, bis sie voll sind, und dabei werden mir die Finger abfallen. Und selbst wenn wir uns diese Menge Papyrus leisten könnten und du einen so langen Atem hast und ich die Kraft, das Diktat durchzuhalten, wer wird das alles kopieren? Wir brauchen eine garantierte Auflage von hundert Exemplaren, ehe wir es verlegen können, denn wo wollen wir sonst die Tantiemen hernehmen?’
Mein Bruder dachte eine Weile nach. ‘Du glaubst, ich sollte es kürzen?’ fragte er.
‘Erheblich’, erwiderte ich, ‘wenn du damit das Publikum erreichen willst.’
‘Wie wäre es mit hundert Jahren?’ fragte er.
‘Wie wäre es mit sechs Tagen?’ fragte ich.
Er sagte entsetzt: ‘Du kannst die Schöpfung unmöglich in sechs Tage hineinpressen.’
‘Ich habe aber nur Papyrus für sechs Tage’, erwiderte ich. ‘Was sagst du nun?’
‘Ach so’, sagte er und begann wieder zu diktieren: ‘Am Anfang … Müssen es unbedingt sechs Tage sein, Aaron?’
Ich blieb hart: ‘Sechs Tage, Moses.’
[Isaac Asimov]